Der Fisch im Christentum

Der Fisch im Christentum

Die Symbolik des Fisches im Christentum

Bevor wir uns der Symbolik des Fisches im Yoga zuwenden können macht es Sinn, den Fisch, hier im bei uns im Westen als Symbol des Christentums zu verstehen.

Letztlich sind die Wege der spirituellen Praxis nur unterschiedliche Namen ein und des selben Weges, der ein und das selbe Ziel hat.

Um die Bedeutung des Fisches im Christentum zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf seine tiefe Verwurzelung in den zentralen Geschichten der Bibel. Im Christentum symbolisiert der Fisch das Geschenk des Göttlichen. Jesus selbst soll gesagt haben, dass alle Menschen „Fischer“ sein sollen – jene, die Menschen zusammenbringen.

Gleichzeitig steht der Fisch in der Bibel als Symbol für Nahrung, die im übertragenen Sinn die Nahrung für die Seele ist: das Wort des Transzendentalen. In der biblischen Geschichte der Fischvermehrung nährt Jesus eine große Menge Menschen mit nur wenigen Fischen.

Die Vermehrung der Fische steht hier für den Reichtum des Glaubens an das Universale; die Ernährung durch den Fisch ist die Nahrung der Seele, die daraus entspringt.

Der Fisch ist im Christentum tief verwurzelt. Sein Symbol war ein Erkennungszeichen für die Urchristen – und auch heute kann man sagen, dass er ein Zeichen für alle ist, die an die Hingabe zum Göttlichen glauben.

Iēsous Christos, Theou Yios, Sōtēr – das bedeutet „Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser. So steht das griechische Wort „Ichthys“, der „Fisch“, als Akronym für Jesus, den Propheten der Liebe.

Auch die Taufe steht im Zeichen dieses Symbols: Sie ist nicht nur äußere Reinigung, sondern Aufnahme in das Mysterium des Glaubens selbst. Das Wasser ist dabei das Medium des Universums – die Einheit aller Dinge, aus der alles Sein hervorgeht. So wie der Fisch im Wasser eins ist mit dem universalen Geist, wird auch der Getaufte eins mit dem Geist der Welt. Er wird gewissermaßen selbst zum Fisch – zu jenem, den Jesus fängt, um ihn heimzuführen in den Schoß des Universums. Der Fisch erscheint in der Bibel nicht nur als Symbol für das Geschenk der göttlichen Liebe, sondern auch als Zeichen tiefer innerer Transformation.

In dieser Funktion begegnet er uns in der Geschichte von Jona: Gott erscheint Jona und gibt ihm den Auftrag, anderen zu helfen, den richtigen Weg zu finden. Jona aber ignoriert Gottes Wort und wendet sich damit gegen sein eigenes Schicksal. In der Folge bricht das Chaos als Sturm über ihn herein; seine Gefährten werfen ihn ins Meer, da er das Unglück in seinem Herzen mit sich trägt. Jona wird von einem Fisch verschluckt; am Grund des Ozeans wendet er sich im Gebet drei Tage und Nächte an Gott, woraufhin der Fisch ihn ausspuckt. Danach folgt Jona dem Befehl Gottes, der Stimme seines Schicksals.

Der Fisch erscheint hier als Bote der Transformation, und der Bauch des Fisches ist der Ort, an dem sich Jonas Wandlung vollzieht. Der Fisch, der in die Tiefe hinabtaucht und eins mit dem Ozean ist, ist der Bote Gottes.

Im Hatha Yoga findet sich eine ganz ähnliche Geschichte: Hier ist es ein Fischer, der in Zeiten der Krise im Bauch eines Fisches eine wundersame Wandlung erfährt. Mehr dazu hier…

 

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Yoga Buch – Die Chakren im Yoga, Geschichte, Philosophie und Praxis

Yoga Buch – Die Chakren im Yoga, Geschichte, Philosophie und Praxis

Dieses Buch über die Chakren schenkt Klarheit und tiefe Einblicke

Die Chakren faszinieren seit Jahrhunderten und regen die Fantasie der Yogis und jener, die ihnen lauschen, an. Viele Menschen wissen trotz ihrer Faszination für diese mystischen Zentren erstaunlich wenig über sie. Oft sind es nur oberflächliche Einblicke, mit denen sich viele zufrieden geben.

Dieses Buch soll das ändern und einen Blick schenken, der Klarheit über Ursprung und Möglichkeiten dieses besonderen Wissens schafft. 

Das Buch wirft einen besonders detaillierten Blick auf die Chakren: auf ihren historischen Ursprung, ihre eigentliche philosophische Bedeutung und ihre Anwendung sowohl heute im 21. Jahrhundert als auch in ihrer Wiege in Indien vor mehr als 1000 Jahren

Verstehe den Ursprung der Chakren

Nur wenn wir zuerst verstehen, welcher Welt und welchem Verständnis des Seins die Chakren entspringen, können wir sie wirklich für uns anwenden.

Dann werden sie zu mystischen Toren in die innere Welt des Erlebens. Diese innere Welt ist eine, in der wir die Landschaften unserer Seele entdecken. Hier reist die Seele von ihrer kontrahierten Form in eine ausgedehnte kosmische Form zurück.

Citir eva cetanapadād avarūḍhā cetyasaṃkocinī cittam || 5 ||

Der Geist ist nichts anderes als die Kontraktion kosmischen Bewusstseins in erfassbare Objekte.

Pratyabhijñāhṛdaya (5)

Die Chakren sind jene Landkarten durch diese inneren Landschaften führen, Landkarten die Reise der Seele in ihre wahrhaftige Form beschreiben. Sie sind sowohl ein Führer auf den inneren Pfaden als auch eine Inspiration für alle, die in die Magie des inneren Erlebens eintauchen wollen.

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Unser Leitfaden durch das Buch über die Chakren

Unser umfassendes Buch über die Chakren beschreibt also die Geschichte und den philosophischen Kontext, in dem dieses besondere Wissen über die Chakren entwickelt wurde. Als Leitfaden durch den Dschungel der indischen Philosophie nutzen wir Auszüge aus traditionellen Texten sowie Tantras, die uns jene Bilder zeichnen, mit denen wir die Chakren verstehen können.

Unser umfassendes Buch über die Chakren ist in sieben Kapitel unterteilt und beginnt mit einer genauen Betrachtung der yogischen Anatomie - der Anatomie des Erlebens

Das Chakra im Bereich des Nabels wird maṇipūraka (Haus der Edelsteine) genannt, da der Körper wie Edelsteine an einer Schnur von vāyu (prāṇa) durchdrungen ist.

Das jīva, angetrieben von den vergangenen tugendhaften und sündhaften Karmas, wirbelt in diesem großen Chakra mit zwölf Speichen herum, solange es die Wahrheit noch nicht erfasst hat.

Dhyānabindhu Upaniṣad (48–50)

Yogische Anatomie und die Chakren

Die yogische Anatomie ist jenes Verständnis des Menschen, welches sich um Prana, Koshas, Nadis und die Chakren bewegt.

Was all diese Ansätze gemein haben, ist, dass es hier nicht um eine Beschreibung einer fixen Realität geht – wie in der westlichen Anatomie –, sondern vielmehr um eine Zeichnung eines inneren phänomenologischen Raumes.

Dieser innere Raum manifestiert sich in Symbolen und Kräften im menschlichen Sein. Gleichzeitig zeichnen Prana und Chakren auch eine Geometrie des Geistes. Der Geist ist hier nicht einfach nur Erfahrungsraum, sondern hat auch eine Form, und entlang dieser Formen bewegt sich das Selbst.

Yogische Anatomie ist die Anatomie der Erfahrung

Kundalini und die Chakren

Um die Kundalini zu erforschen, entdecken wir die Tantras, die Kundalini zuerst entdeckt und beschrieben haben.

Dazu werfen wir einen Blick ins Manthana Bhairava Tantra, das die Reise der Kundalini beschreibt und die Göttin als eine schlafende Kraft versteht, die sich entlang von sieben inneren und zugleich kosmischen Orten zurück zu ihrer ursprünglichen Form entfalten muss.

Kundalini ist letzten Endes die Kraft der Seele, die in ihrer entfalteten Form eins mit der Göttin Malini ist. Ein korrektes Verständnis der Kundalini ist das Tor, durch das wir die Chakren betreten können.

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Die Chakren im Tantra und Kundalini-Yoga

Zuletzt sehen wir uns die Chakren an, eines nach dem anderen. Allerdings verzichten wir hier auf die klassische Beschreibung der Chakren aus dem New Age, sondern wagen neue Wege, sie im Kontext der Kraft der Göttin zu verstehen.

Zuerst begreifen wir die Göttin als dreifaltig, und diese Dreifaltigkeit als jene Kraft, die das Subtile ins Grobstoffliche manifestiert. Die Göttin ist Parā, Parāparā und Aparā.

Dazu sagt das Manthana Bhairava Tantra:

Die Göttin, die dreifaltig ist, erschafft die dreifache Welt in einem winzigen Moment. Oh Herr der Götter, die drei Götter, Brahmā, Viṣṇu und Rudra, und die drei heiligen Throne werden alle auf einmal geschaffen, dort, wo die eine Herrin der Götter durch ihre dreifache Natur wohnt.

Dieses gesamte bewegliche und unbewegliche Universum wurde von ihr erschaffen. Sie bewirkt die Manifestation und die Auflösung aller Dinge, und das alles nur zum bloßen Vergnügen des Spiels des Seins. Sie erschafft das dreifaltige Universum, die unglaubliche Stadt des Dreiecks.

Manthāna Bhairava Tantram (35:14cd-16-17)

Die Chakren sind in diesem Kontext sowohl Ausdruck der Kraft der Manifestation des kosmischen Willens der Göttin als auch eine Steigleiter, in der das Individuelle zum Kosmischen zurückfinden kann.

Kundalini und Hatha Yoga Kriyas für die Chakren

Wenn wir die Chakren und ihre Geheimnisse entdeckt haben, betrachten wir in unserem Buch auch die Chakren im Kriya und Kundalini-Yoga.

Das Kundalini-Yoga ist nicht der einzige Weg, die Chakren zu erfahren, aber es ist ein zugänglicher Weg, der ein gemeinsames Erleben der Zentren in einer Klasse schaffen kann. Vor allem Yogalehrer und Yogalehrerinnen die Inspiration für ihre Klassen suchen – sei es nun Hatha-Yoga, Kundalini-Yoga oder Kriya-Yoga – werden von diesem Kapitel sehr profitieren.

In unseren Kriyas nutzen wir viel Klang-Yoga und ziehen die Göttin in Form von Klang durch den Körper. Eine wunderschöne und ursprüngliche Art, Kundalini-Yoga zu unterrichten.

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Das Sat-Chakra-Nirupana

Zuletzt entdecken wir auch das Sat-Chakra-Nirupana. Ein wichtiger Text für unser modernes Verständnis der Chakren, da dieser Text die Grundlage für C. G. Jungs Psychologisierung der Chakren war, die heute so fundamental für unser Verständnis der Chakren ist.

Es freut mich, wenn du den Mut aufbringst, gemeinsam mit uns in das Mysterium der Chakren einzutauchen.

Ist es nicht so? Manchmal benötigen wir ein Boot, das uns durch den Ozean des Geistes in den Raum jenseits davon trägt. Genau das ist es, was die Chakren sind: ein Vehikel, das kosmische jenseits des Individuellen zu erfahren.

Komm mit uns auf diese Reise.

Jetzt kommen wir zum adhara Lotus (Wuzel Chakra). Er ist am Mund (Öffnung) der suṣumnā befestigt und befindet sich unterhalb der Genitalien und oberhalb des Anus...

Es (das Quadrat in Muladhara) ist von einer glänzend gelben Farbe und schön wie ein Blitz, ebenso wie das bīja von dhāra (Laṃ) das darin scheint.

Ṣaṭ-Cakra-Nirūpaṇa

Mehr über unser Buch

Eine Reise zu den Chakren - Eine Reise zu dir

Dieses besondere Yoga-Buch über die Chakren ist in gekürzter Form auch Teil unserer Yoga-Lehrerausbildungen.

Yoga ist eine Philosophie, die immer Neues zu entdecken bereithält, nicht nur im Raum der eigenen Erfahrung, sondern auch durch die Vielfalt ihrer geistigen Schöpfungen. Diese Bücher können jeden Yogalehrer daher ein Leben lang begleiten, da sie ein Tor zum Reichtum yogischer Philosophie, Geschichte und Praxis öffnen.

Dieses Buch ist Teil einer größeren Serie, die sich mit yogischer Philosophie bis hin zum Unterrichten von Yoga beschäftigt. darunter haben wir ebenso drei Bücher, die sich der Yoga-Lehrerausbildung im klassischen Hatha- und Kundalini-Yoga widdmen.

Hast du noch Fragen? Schreib uns einfach ;-)!

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Matsya Yoga kommt in die Wachau

Matsya Yoga kommt in die Wachau

Matsya Yoga kommt in die Wachau zur Donau

Liebe Matsya-Community,

es gibt großartige Neuigkeiten, die wir mit euch teilen möchten!

Nach jahrelanger Suche haben wir endlich den perfekten Ort in Österreich für unsere Yoga Ausbildungen, unsere Klassen und unsere Reise zur Seele gefunden. Mit großer Freude kann ich euch mitteilen, dass unser neues Zentrum im Herzen einer der schönsten Regionen Österreichs liegt – in der Wachau, etwa eine Stunde von Wien entfernt.

Genauer gesagt, befindet sich unser neuer Standort nur einen Fußmarsch durch den Auwald von den Ufern der Donau entfernt, gegenüber dem Schloss Dürnstein. Diese magische Region ist bekannt für ihre malerischen Wanderwege, idyllischen Weinberge und ihre Nähe zur Fundstelle der Venus von Willendorf – einer der ältesten Darstellungen der Göttin.

Fokus auf Yoga-Philosophie und echtem Tantra

Matsya wird immer eine Schule bleiben, in der klassisches Yoga praktiziert und gelehrt wird. Doch mit unserem neuen Zentrum richten wir unseren Fokus noch stärker auf die Vermittlung der yogischen Philosophie und des Shiva-Tantras.

Das bedeutet, dass wir ohne Kompromisse tief in Rituale und ins Herz des Yogas eintauchen werden. Das bedeutet auch ein Opfer; ganz bewusst werden wir uns nicht am Kommerz ausrichten, sondern Yoga vermitteln, das besonders und tief ist.

In diesem Kontext freuen wir uns darauf, das Trika Prajapati zu vermitteln – das Ritual für die dreifaltige Göttin. Die Vijnana Bhairava in allen Aspekten bis hin zur kompletten Rezitation – das Shiva-Tantra wird das Rückgrat auf unserer Reise zur Seele sein.

Natürlich werden wir weiterhin auch in Rossatz unsere Yoga Lehrer Ausbildungen fortführen, und auch in einem neuen Ort in Wien reguläre Yogaklassen anbieten, doch unser Herz schlägt für das tiefe Eintauchen in Rituale, Klang und die spirituelle Magie des Yoga – gemeinsam mit euch, inmitten der atemberaubenden Kulisse der wilden Donau.

Yoga Lehrer Ausbildung: Flexibel fortführen

Wir möchten sicherstellen, dass alle, die ihr Yoga Training in Wien begonnen haben, nahtlos in der Wachau weitermachen können. Dafür bieten wir zwei Optionen an:

• Ihr könnt ab März 2025 zu den Yoga Trainingszeiten in unser neues Zentrum kommen und vor Ort teilnehmen.
• Alternativ könnt ihr euere Yoga Ausbildung online abschließen – ganz bequem von Zuhause aus.

Zusätzlich verfügt unser neues Zentrum über mehrere Betten und zwei Apartments, die unseren Yogaschülern während der Trainingszeiten zur Verfügung stehen.

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Der Fluss des Lebens, Yoga Lehrer Ausbildung in Österreich

Online-Yoga Angebot bleibt bestehen wie immer

Für alle, die weiterhin unsere Online-Angebote nutzen möchten: Keine Sorge!

Alle Yoga Ausbildungen in der Wachau und Klassen werden nach wie vor online gestreamt. Wie gewohnt könnt ihr unsere Klassen außerdem über Eversports und MyClubs buchen, egal ob Onlineklassen oder Präsenzklassen.

Ab September geht es los

Wir werden mit Ende September die Tore von Matsya Yoga in Wien schließen. Anschließend beginnt die umfassende Renovierung des großen und schönen Hauses in Rossatz-Arnsdorf in der Wachau.
Wir rechnen damit, dass wir ab März 2026 unsere Türen für Yoga-Workshops und Yoga Ausbildungen in der Wachau öffnen werden.

Matsya wird in anderen Räumlichkeiten weitergeführt

Obwohl wir unseren jetzigen Raum in der Florianigasse aufgeben werden, werden wir für reguläre Klassen dennoch einen anderen Raum in Wien eröffnen, in dem Yoga weiterhin unterrichtet werden kann.

Ob in Wien auch noch gelegentlich Yoga Ausbildungen stattfinden werden, wird sich zeigen.
Wir werden wöchentlich Klassen aus unserem neuen Studio online streamen und auch Klassen in unserem alternativen Raum in Wien abhalten.

Zusätzlich behalten wir unsere Community-Meetings bei: mindestens einmal pro Monat widmen wir uns Themen des Shiva-Tantras, tauchen tief in die „Vijnana Bhairava Tantra“. Wir freuen uns über eure Teilnahme, die bei diesen Sessions kostenlos ist.
Genauere Informationen zu den Community-Sessions findet ihr demnächst hier.

Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit euch dieses neue Kapitel zu beginnen. Lasst uns die Magie des Yoga und Tantras an den Ufern der Donau, zwischen alten Weinbergen und mystischen Landschaften, in neuer Tiefe entdecken.

Wir laden euch ein mit uns, einen Raum für Wachstum, Magie und Inspiration zu schaffen.

Mehr über uns

Schau dir unsere Bücher an

Unsere Bücher beleuchten die Philosophie des Yoga und tauchen in die Geheimnisse des Kosmos ein, zu denen Yoga ein Tor sein soll.

Yoga ist ein Weg das unergründliche hinter dem Geist zu erforschen und das Dasein, das darin eingebettet liegt zu verbessern.

Hinter dem Geist, dem Verstehen, dem Wort, dem Bekannten, und dem Konzept, dort ist das eigenliche Sein, die Magie der Existenz.

Noch Fragen? Schreib uns einfach!

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Meditation für die Seele

Meditation für die Seele

Diese Meditation ist ein Tor zur Seele

Beim Gehen, beim Sprechen mit anderen, während du deinen alltäglichen Aufgaben nachgehst.

Halte inne und stell dir vor, du kommst im zukünftigen Moment deines Todes an.

Blicke nun zurück von diesem Moment des Todes – genau auf jenen Moment, in dem du dich jetzt befindest. Und auf jedes „Jetzt“ deines Lebens, das jemals sein wird.

Frage dich:

Wie hätte ich jetzt wirklich leben wollen?
Was hätte ich in genau diesem Moment wirklich tun wollen?
Was war das, was mich gerufen hat?

Wenn du von diesem besonderen Moment des Todes zurückblickst – dem Moment, in dem alles ins große EINE zurückkehrt – wird dir plötzlich klar, wie du leben sollst.

Meditiere auf diese Weise , und du erhältst einen Einblick in die Seele.

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Mondgruß im Kundalini Yoga

Mondgruß im Kundalini Yoga

Candranamaskāra – der Mondgruß im Kundalini Yoga

Candra“ bedeutet Mond, „namaskāra“ heißt Gruß oder Verehrung.

Das Licht des Mondes ist ein Spiegelbild der Sonne – genauso wie unser Geist, unser Ich und unser Verstand Spiegel ewigen Bewusstseins sind. In diesem Sinn ist der Mond ein Tor zur Individualität, zum Selbst. Den Mond zu verehren bedeutet, den Geist, das Ego und das eigene Selbst zu ehren. Indem wir uns dem Mond zuwenden, ihn liebevoll anschauen, ihn mit Bewusstsein durchdringen und annehmen, bringen wir ihn zurück ins Licht. Wenn wir uns unseren Träumen zuwenden, verwandeln sie sich. Wenn wir in die Nacht eintreten, wird sie zum Tag.

Der Mondgruß im Kundalini Yoga – Candranamaskāra – ist ein ritueller Ausdruck dieser Verehrung. Er lädt uns ein, in die Tiefe zu gehen, uns mit der stillen Kraft des Mondes zu verbinden und durch achtsame Bewegung inneres Gleichgewicht zu finden.

Das Viśuddhi-Chakra steht für die Verwandlung des Geistes. Es ist der Raum, in dem das Selbst sich im Kosmos vollständig ausdehnt, wo das Licht des Mondes und die Sterne eins werden. Deshalb ehren wir mit dem Mondgruß auch die Energie von viśuddhi – wir finden Heilung in unseren Träumen, gehen in die Stille der Meditation und tauchen ein in die Weite der Ewigkeit.

Im Kundalini Yoga

Im Kundalini Yoga kannst du vor jedem Mondgruß die Mantras der Aṣṭa Mātṛkās, der acht göttlichen Mütter, rezitieren. Sie stehen für die Kräfte der Seele, die sich in den acht Phasen des Mondes ausdehnen und wieder zusammenziehen. Dort wo die Mutter ist dort ist Shakti.

Die Mantras der Aṣṭa Mātṛkās sind:

New Moon - Cāmuṇḍā

Oṁ Hrīṁ Cāmuṇḍāyai namaḥ - Death, Ego dissolution.

Waxing Crescent - Brāhmaṇī

Oṁ Aiṃ Brāhmaṇyai namaḥ - Divine wisdom, creative beginning

First Quarter - Kaumārī

Oṁ Klīṁ Kaumāryai namaḥ - Warrior maiden Courage, action

Waxing Gibbous - Vaiṣṇavī

Oṁ Śrīṁ Vaiṣṇavyai namaḥ - Protection, stability, harmony

Full Moon - Maheśvarī

Oṁ Hūṁ Maheśvaryai namaḥ - Light, Fullness, expanded consciousness

Waning Gibbous - Indrāṇī (Aindrī)

Oṁ Krīṁ Aindryai namaḥ - Sovereignty, royalty self-worth

Last Quarter - Vārāhī

Oṁ Glauṁ Vārāhyai namaḥ - Purification, truth grounding

Waning Crescent - Narasimhī

Oṁ Kṣraum Narasiṁhyai namaḥ - Fierce protection, wild dance, shadow

Praktiziere mindestens 8 Runden – oder ein Vielfaches davon.

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Dieser Mondgruß, in welcher Form du ihn auch übst, ist der Göttin gewidmet.

Wir unterrichten zwei Varianten:

Tiefe Atmung

Vor jeder Runde kannst du eine der acht Mütter anrufen – die Aṣṭa Mātṛkās, die die Mondphasen symbolisieren. Lege dazu die Hände vor dem Herzen zusammen und rezitiere das jeweilige Mantra mindestens dreimal.

Dann kannst dann du den Mondgruß auf zwei Weisen praktizieren:

  • Ein kompletter Atemzyklus pro Haltung: Einatmen beim Hineingehen, ausatmen beim Verweilen.
  • Ein Atemzug pro Haltung: Einatmen beim Wechsel in die Haltung, Ausatmen beim nächsten Übergang.

Beweg dich langsam. Der nährende Zustand des Geistes liegt zwischen Wachen und Träumen – lass dich in diesen Übergangsraum hineinfallen. Dort findet Wandlung statt.

Mit Bhrāmarī

In dieser Variante die aus dem transformational Hatha Yoga stammt, die auch eng mit dem Kundalini Yoga verknüpft ist, rufen wir den nährenden Aspekt des Mondes an.

Jede Haltung wird sanft mit der Einatmung eingenommen und mit der Ausatmung vertieft. Und mit jeder Ausatmung lässt du die Bhrāmarī-Vibration im Körper erklingen.

Bhrāmarī ist der heilige Klang, der das Tor zum Brahman öffnet. Er löst den Geist im kosmischen auf.

Bhrāmarī ist auch die Göttin, die als Bienenschwarm erscheint – süß wie Nektar, sie trägt alle Sorgen davon und lässt den Geist im Ozean des Nektars dahinschmelzen.

Bevor du beginnst, setze dich ruhig in Vajrāsana und rufe die Göttin an – als Soma, den kosmischen Nektar:

Oṁ Śrīma Candrāya Soma-Somāya Namaḥ

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Die Haltungen im Überblick:

Vajrāsana – Blitzhaltung

Setze dich entspannt auf deine Fersen. Lege die Hände vors Herz. Spüre das silberne Licht des Mondes oder rezitiere das Mantra.
Diese Haltung leitet die Kraft des „Vajra“ – des Donnerkeils – nach oben und macht sie für deine spirituelle Entwicklung zugänglich.

Śaśāṅkāsana – Hasenhaltung

Aus Vajrāsana heraus: Arme nach oben, Handflächen nach vorne – dann verneige dich nach vorn. Übergib dich dem Mond.

chandra namaskara mond gruss - vajrasana shashankasana

Aṣṭāṅga Namaskāra – Achtpunktgruß

Komm langsam mit Kinn, Händen, Brust, Knien und Zehen auf den Boden.
Spüre, wie Viśuddhi hier aktiviert wird.

Ps. Wenn du pro Haltung einen Atem nimmst, fließt du direkt vom Hasen in die Kobra – wie im „Schlagenden Kobra“-Fluss (śaśāṅka-bhujaṅgāsana).

Bhujaṅgāsana – Kobra

Gleite sanft vor, hebe dich nach oben, beuge dann die Ellbogen und öffne dein Herz weit nach hinten.
Der Blick geht in den weiten Raum – erinnere dich an Ājñā.

Parvatāsana – Berg

Drück dich nun zurück in die Haltung des Berges – kraftvoll und still, wie Pārvatī selbst.
Atme langsam und tief.

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Aśva Sañcalanāsana – Reiterstellung

Im ersten Mondgruß mit dem linken Fuß nach vorne (im nächsten mit dem rechten). Fingerspitzen am Boden, Handflächen nach hinten, Blick zum Himmel.

Ardha Candrāsana – Halbmond

Dreh die Handflächen zueinander, hebe die Arme in den Himmel.
Stell dir vor, du hältst die silberne Mondscheibe zwischen deinen Händen.

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Pādahastāsana – Hände-zu-Füßen-Haltung

Aus dem Halbmond bring deine Hände langsam zu den Füßen und steig mit dem hinteren Bein nach vorn.
Beuge erst die Knie, leg den Bauch sanft an die Oberschenkel, dann streck langsam die Beine – so bleibt dein Herz offen und geschützt.
Übergib dich der Nacht – sie bringt Regeneration.

Hastottānāsana – Gestreckte-Arme-Haltung mit Rückbeuge

Streck dich hoch und weit zurück – dein Körper formt einen Halbmond.
Schenke dem Mond deine Handflächen – sie sind Tore zu deinem Herzen, durch die das Licht eintreten darf.

Praṇāmāsana – Gebetshaltung

Bringe die Hände vom Herzen zusammen. Lass das Mantra noch einmal erklingen – als Gruß an die Mutter, den Mond in seiner heilenden, regenerierenden Kraft:

Oṁ Śrīma Candrāya Soma-Somāya Namaḥ

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Hastottānāsana

Streck dich noch einmal hoch und weit zurück – öffne dich erneut dem Mondlicht.

Pādahastāsana

Bring die Hände sanft zurück zu den Füßen. Knie beugen, Bauch an die Oberschenkel, dann die Beine wieder strecken.
Schau nach innen.

Aśva Sañcalanāsana

Nun tritt das linke Bein nach hinten (linkes Bein im ersten Durchgang, im nächsten das rechte).
Finde deinen Stand – und dein Gleichgewicht.

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Ardha Candrāsana

Die Hände zeigen wieder nach oben, halten die silberne Mondscheibe.
Fühle dich getragen vom Licht.

Parvatāsana

Bring die Hände zum Boden und geh zurück in den Berg – in die Kraft von Pārvatī.

Atme tief und bewusst.

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Aṣṭāṅga Namaskāra

Senke nun Knie und Kinn zum Boden, komm zurück in die Achtpunkt-Haltung. Ellbogen nah am Brustkorb.
Der Blick geht weich in die Weite, nicht in den Boden. Deine innere Ausrichtung ist nach vorn gerichtet – dṛṣṭi zum Horizont.

Bhujaṅgāsana

Heb dich wieder in die Kobra – Arme lang, Brust geöffnet.

Lass dich von deinem Herzen führen.

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Śaśāṅkāsana

Zurück in die Hasenhaltung – leg dich hinein in die kühlende Stille des Mondes.

Vajrāsana

Richte dich wieder auf. Handflächen zeigen nach vorn, Arme heben sich noch einmal zum Himmel, zum leuchtenden Mond.
Dann bring die Hände auf die Oberschenkel – sie bringen das Mondlicht mit sich zurück.

Das war eine vollständige Runde.

Bring nun die Hände wieder vors Herz – und beginne, wenn du magst, die nächste Runde:

Oṁ Śrīma Candrāya Soma-Somāya Namaḥ

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Noch mehr Inspiration für dich

Wenn du tiefer eintauchen möchtest, wirf gern einen Blick in unseren Downloadbereich.

Dort findest du eine liebevolle Auswahl an Kundalini Yoga Kriyas, Mantras und weiteren schönen Impulsen, die ich für dich zusammengestellt habe.


Sonnengruß im Kundalini Yoga

Sonnengruß im Kundalini Yoga

Hinweis: Alle Übungen wurden von Hand mit Papier und Bleistift illustriert und beschrieben von Clemens Biedrawa.

Der Sonnengruß im Kundalini Yoga – Sūrya Namaskāra als Tor zum Leben

Der Sonnengruß ist eine Erweckung und Verehrung des Lebens auf allen Ebenen des Menschseins. Es gibt im Yoga kaum eine Übung, die so gut in allen Lebenslagen – egal ob jung oder alt, gesund oder krank – anwendbar ist und die damit sicher über alle Lebensjahre hinweg geübt werden kann.

Im Kundalini Yoga wird der Sonnengruß als reinigende und vorbereitende Übung angesehen, die auf eine tiefere Praxis vorbereitet. Wenn jedoch mūla bandha zwischen den Haltungen gesetzt wird oder der Sonnengruß zusammen mit kapālabhāti ausgeführt wird, verwandelt er sich in ein mächtiges Werkzeug, um Energie zu erwecken und ins Zentrum zu ziehen.

Generell gilt, dass der Sonnengruß erhellend und stärkend auf allen Ebenen des Menschseins wirkt – Körper, Geist und Seele. Bevor wir uns den Formen des Sonnengrußes im Kundalini Yoga zuwenden, betrachten wir, wie er auf die fünf kośas wirkt – die Hüllen, aus denen der Mensch besteht.

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Was ist der Sūrya Namaskāra?

Sūrya ist die Sonne, namaskāra der Gruß. Wörtlich also: der Gruß an die Sonne. Doch die Übung ist mehr als eine Verbeugung vor einem Himmelskörper. Sie ist die Anerkennung dessen, was Leben überhaupt möglich macht.

Die Sonne ist der Ursprung allen Lebens auf diesem Planeten. Jeder Windhauch, jede Welle, jedes Wachsen einer Pflanze geht auf ihre Strahlen zurück. In der yogischen Sicht ist sie zugleich das äußere Bild einer inneren Kraft: sūrya ist auch die aufsteigende, wärmende, klärende Energie im eigenen Körper – jene Kraft, die in Maṇipūra Chakra, dem Nabelzentrum, wohnt.

Wer den Sonnengruß übt, übt also nichts Fremdes. Er weckt in sich, was draußen ohnehin scheint.

Woher kommt die Übung?

Die zwölf verketteten Haltungen, wie wir sie heute kennen, sind eine vergleichsweise junge Form – sie wurden im frühen 20. Jahrhundert in Indien systematisiert und verbreiteten sich von dort in die ganze Welt. Die Verehrung der Sonne selbst ist dagegen uralt: Schon die vedischen Hymnen kennen den Gruß an Sūrya, und der Gāyatrī-Mantra ist im Kern eine Anrufung des Sonnenlichts.

Die Fassung, die wir hier zeigen, folgt der Linie der Bihar School of Yoga von Svāmī Satyānanda Sarasvatī – mit den Ergänzungen, die im Kundalini Yoga hinzukommen: mūla bandha, kapālabhāti und die zwölf Bīja-Mantras der Sonne. Mehr zur Entwicklung dieser Traditionen findest du in unserem Überblick Die Geschichte des Yoga.

Die Wirkung auf die fünf Ebenen des Menschseins

Annamaya Kośa – die Ebene des Körpers

Gesundheit ist ein Zustand, der sich natürlicherweise einstellt, wenn sich der Körper frei durch das Leben bewegen kann.

Die Freiheit, sich zu bewegen und zu atmen, ist nicht nur für die Bewegungsfähigkeit selbst gut – sie ist ein Tor zur Teilhabe am Leben und damit zur Fähigkeit, die Geschenke des Lebens anzunehmen.

Der Sonnengruß ist daher vor allem auf körperlicher Ebene ein Tor zum Leben selbst. Wenn dieses Tor geöffnet wird, kann alles Gute eintreten – die fruchtbare Herausforderung und das Geschenk des Lebens können sich entfalten.

Der Sonnengruß macht flexibel, regt den Kreislauf an und öffnet den Menschen für den Tag. Es ist kaum vorstellbar, müde oder niedergeschlagen zu bleiben, wenn man am Morgen 12–24 Sonnengrüße praktiziert.

Er schafft eine fruchtbare Spannung im Körper – und diese Spannung ist das Fundament, auf dem das Leben getragen werden kann. Müdigkeit und Verwirrung finden darin keinen Platz.

Prāṇamaya Kośa – die Ebene der Lebensenergie

Auf der Ebene des prāṇa schafft der Sonnengruß Raum, um mit Emotionen umzugehen – er schenkt Gelassenheit. Doch diese Gelassenheit ruht auf innerer Kraft und bewusst gesetzter Spannung.

Dort, wo Kraft bewusst eingesetzt wird, ist Entspannung möglich.

Auch emotional wirkt der Sonnengruß öffnend – er ermöglicht konstruktive Aggression, die einem hilft, im Leben voranzuschreiten, loszulassen und mit Freude an den Herausforderungen teilzunehmen. Yoga ist die Einheit der Gegensätze.

Er befreit von Depression und verwandelt sie in Aktivität. Er befreit von Angst und verwandelt sie in Kraft.

Manomaya Kośa – die Ebene des Geistes

Auf der Ebene des Geistes befreit der Sonnengruß von unnötigen Gedanken – sie werden im Feuer der Bewegung verbrannt.

Gedanken sind wie Wolken – dahinter ist immer der Himmel, und hinter ihm sind immer die Sterne, und dort ist die Unendlichkeit.

Wer den Sonnengruß täglich übt, entwickelt einen klaren Geist, der das Unnötige vom Wesentlichen unterscheiden kann, das Ziel erkennt und selbstsicher darauf zugeht.

Vijñānamaya Kośa – die Ebene der Weisheit

Wer den Sonnengruß aus dem Herzen übt, überwindet sich selbst. Irgendwann lässt du das hinter dir, was du glaubst, sein zu müssen.

Wenn du vergisst, was du bist, gehst du vom Wollen ins Sein.

Dann bist du bereits – dieses Sein ist dein Ruhen in der Welt, dein stilles Wissen über den Weg, über die Seele. Von dort fließt das nicht artikulierte Wissen in das artikulierte hinein – dort ist die Quelle deiner Glaubenssätze, und dort ist die Quelle deines echten Wissens.

Kläre dein Gewissen, übe in Hingabe und finde Frieden mit dir selbst.

Ānandamaya Kośa – die Ebene der Freude

Die fünfte und innerste Hülle wird selten geübt, sie wird gefunden. Ānanda ist nicht das Glück, das ein Ereignis auslöst, sondern die Freude, die bleibt, wenn nichts mehr geschieht.

Irgendwann – vielleicht in der zwölften Runde, vielleicht nach Jahren – hört der Sonnengruß auf, eine Übung zu sein. Der Körper bewegt sich, ohne dass jemand ihn bewegt. Der Atem trägt. Und in der Mitte, wo man nichts erwartet hätte, ist plötzlich eine stille Zufriedenheit ohne Grund.

Das ist der eigentliche Grund, warum diese Praxis Gruß heißt und nicht Übung. Ein Gruß erwartet keine Gegenleistung. Er ist die Geste selbst. Und genau in dieser Zweckfreiheit öffnet sich die innerste Hülle.

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Die 12 Positionen des klassischen Sonnengrußes

Der traditionelle Sonnengruß – wie er auch an der Bihar School of Yoga gelehrt wird – besteht aus 12 Positionen. Jede dieser Haltungen ist einem der 12 Namen der Sonne zugeordnet und reflektiert einen ihrer Aspekte.

  1. Pranāmāsana – Gebetshaltung
  2. Hastottānāsana – Haltung der erhobenen Arme
  3. Pādahastāsana – Hände-zu-Füßen-Haltung
  4. Aśva Sañcalanāsana – Reiterposition
  5. Parvatāsana – Bergposition
  6. Aṣṭāṅga Namaskāra – Acht-Punkte-Gruß
  7. Bhujaṅgāsana – Kobra
  8. Parvatāsana – Bergposition
  9. Aśva Sañcalanāsana – Reiterposition
  10. Pādahastāsana – Hände-zu-Füßen-Haltung
  11. Hastottānāsana – Haltung der erhobenen Arme
  12. Pranāmāsana – Gebetshaltung

Die zweite Hälfte ist das Spiegelbild der ersten. Das ist kein Zufall: Der Sonnengruß bildet einen Bogen – Aufstieg, Umkehr, Rückkehr. Genau darin liegt seine beruhigende Wirkung auf den Geist.

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Formen der Praxis im Kundalini Yoga

Im Kundalini Yoga ist der Sonnengruß kein festes Rezept, sondern ein Gefäß. Je nachdem, was hineingelegt wird – Atem, Bandha, Feuer oder Klang – verändert sich seine Wirkung vollständig. Wir üben in unserer Schule vier Formen.

1. Ein Atemzug pro Haltung – fließende Atmung

Die einfachste und zugleich schönste Form des Sonnengrußes ist jene, bei der der Atem die Bewegung trägt. Nicht jede Haltung bekommt starr einen Atemzug zugeordnet – vielmehr führt der Atem, und die Bewegung folgt.

Erst kommt Prāṇa, dann folgt der Körper. Der Atem ist die Seele des Körpers.

Diese Form kann schnell oder langsam geübt werden – so wie der Fluss deines Atems es vorgibt. In der letzten Position kannst du deine Hände vom Kosmos zurück zum Herzen führen – begleitet von einem lauten oder stillen OM.

Atemfolge (orientierend):

1. Pranāmāsana Ausatmen 7. Bhujaṅgāsana Einatmen
2. Hastottānāsana Einatmen 8. Parvatāsana Ausatmen
3. Pādahastāsana Ausatmen 9. Aśva Sañcalanāsana Einatmen
4. Aśva Sañcalanāsana Einatmen 10. Pādahastāsana Ausatmen
5. Parvatāsana Ausatmen 11. Hastottānāsana Einatmen
6. Aṣṭāṅga Namaskāra Atem halten – halte die Leere 12. Pranāmāsana Ausatmen – OM

2. Zwei Atemzüge pro Haltung – mit Mūla Bandha

In dieser Form nimmst du dir Zeit, in jede Haltung einzutauchen. Der Blick ist nach innen gerichtet, der Atem wird still und kontrolliert.

Mūla bandha verwandelt den meditativen Effekt der Übung in einen kräftigenden. Sobald mūla bandha am Ende jeder Ausatmung und jeder Einatmung gezogen wird, dehnt sich das prāṇa aus. Bereits nach drei Runden stellt sich ein Gefühl magnetischer Kraft ein.

Wo ist Mūla Bandha?

Wo sich mūla bandha genau befindet, ist weniger wichtig als die Empfindung des Wurzelverschlusses selbst. Die Muskulatur des Anus, der Genitalien, des Perineums und der Zervix sind alle gleichermaßen an dem beteiligt, was den unteren Verschluss der Kraft ausmacht.

Stell dir vor, dass du in der Mitte zwischen den Atemzügen die Kraft ins Zentrum ziehst. Wenn du spürst, wie die Kraft aufsteigt, hast du das Bandha gefunden. Dies ist das Tor zum Kundalini Yoga.

  • Einatmung – du gehst in die Haltung.
  • Ende der Einatmung – ziehe mūla bandha in Fülle.
  • Ausatmung – du dehnst die Kraft der Haltung aus und entspannst dich.
  • Ende der Ausatmung – ziehe mūla bandha in Leere.

Jede Haltung wird so präsenter. Das Eintauchen in Dehnung und Stille wird möglich. Die Praxis mit zwei Atemzügen pro Position ist ruhig, meditativ und regenerierend.

Sie wirkt auf der Ebene des manomaya kośa. Mūla bandha dehnt das prāṇa aus; wenn der Geist still bleibt, ohne Agitation, öffnet sich das Tor zur großen Kraft.

3. Kapālabhāti – die feurige Reinigung

Diese kraftvolle Praxis wurde uns von unserem Kundalini-Yoga-Lehrer vermittelt. Sie reinigt und schafft die Basis und Kraft für tiefere Übungen. In jeder Haltung wird ein kurzer Impuls kapālabhāti aus dem Nabel gesetzt.

Kraft

Diese Form ist energetisierend, reinigend – körperlich wie geistig – und befreiend von unnötigen Gedanken und Emotionen. Der Fokus liegt auf dem Udāna Prāṇa, der aufsteigenden Lebenskraft, die nach Ausdehnung strebt. Im Tantra wird udāna prāṇa auch als Manifestation der Kuṇḍalinī verstanden.

Die Bewegungen sind sanft und schnell – wie ein Tanz um die Mitte, nicht wie bewusst gesetzte Dehnung. Jede Haltung wird nur flüchtig berührt, fast wie ein flüchtiger Kuss.

Geschwindigkeit

Beginne langsam und vorsichtig, setze jeden Kapālabhāti-Impuls achtsam. Wenn du dich sicher in der Bewegungsfolge fühlst, kannst du die Geschwindigkeit allmählich erhöhen, sodass die Bewegung zu einem feurigen Tanz um die Mitte wird.

Der Geist hat dabei oft zwei Arten von Blockaden:

  • Entweder fürchtet er die Tiefe und kann eine Bewegung nicht langsam und bewusst ausführen.
  • Oder er versteift sich und schafft es nicht, sich im Fluss der Geschwindigkeit loszulassen.

Diese Übung fordert dich auf, dich dem Fluss der Kraft hinzugeben.

Abschluss

Am Ende jeder Runde, wenn du in pranāmāsana zurückkehrst, singst du ein Mantra – es bringt dich zurück in dein Zentrum:

Oṁ Śrīma Sūryāya Nārāyaṇāya Namaḥ

Diese Praxis ist wie eine Dusche aus Licht, eine Feuerzeremonie des Atems. Dieselbe Technik trägt auch das Sādhana der Göttlichen Mutter, in dem der Sonnengruß als Aufwärmung dient.

4. Mantra im Sonnengruß

Die Sonne ist der Ursprung des Lebens: Alle Dinge bewegen sich um sie, alles wird in ihr wieder vergehen. Jeder Windhauch, die Wellen des Wassers, das Wachsen der Pflanzen – alles geht auf ihre lebensspendenden Strahlen zurück.

Diese Form wird nicht exklusiv im Kundalini Yoga angewandt, jedoch ist Kuṇḍalinī Mantra-śakti. Sie ist das Göttliche in Form von Klang (Śabda Brahman) und damit zugleich die Vitalität aller Mantras.

Wenn Bewegung und Mantra vereint werden, ist das ein kraftvolles Werkzeug, die Göttin zu ehren. In der Hingabe im Mantra schwingt sie als die elektrische Kraft, die dem Mantra das Leben verleiht.

Die 12 Namen der Sonne

Du kannst in jeder der 12 Haltungen einen der 12 Namen rezitieren, oder in pranāmāsana vor jeder neuen Runde ein Mantra singen, um dich zu zentrieren. Am Ende jeder Runde – beim Übergang von hastottānāsana zu pranāmāsana – kannst du bei der Ausatmung das entsprechende Bīja-Mantra (Hrāṁ, Hrīṁ …) singen.

Hrāṁ Oṁ Hrāṁ Mitrāya Namaḥ Ich grüße dich, großer Freund!
Hrīṁ Oṁ Hrīṁ Ravaye Namaḥ Ich grüße dich, Beschützer aller!
Hrūṁ Oṁ Hrūṁ Sūryāya Namaḥ Ich grüße dich, Quelle allen Guten!
Hraiṁ Oṁ Hraiṁ Bhānave Namaḥ Ich grüße dich, strahlende Sonne!
Hrauṁ Oṁ Hrauṁ Khagāya Namaḥ Ich grüße dich, Himmelswanderer!
Hraḥ Oṁ Hraḥ Pūṣṇe Namaḥ Ich grüße dich, die Nährende!
Hrāṁ Oṁ Hrāṁ Hiraṇyagarbhāya Namaḥ Ich grüße dich, goldener Lebensschoß!
Hrīṁ Oṁ Hrīṁ Marīcaye Namaḥ Ich grüße dich, glänzender Strahl!
Hrūṁ Oṁ Hrūṁ Ādityāya Namaḥ Ich grüße dich, Anfang allen Seins!
Hraiṁ Oṁ Hraiṁ Savitre Namaḥ Ich grüße dich, schöpferische Kraft!
Hrauṁ Oṁ Hrauṁ Ārkāya Namaḥ Ich grüße dich, feuriger Lichtstrahl!
Hraḥ Oṁ Hraḥ Bhāskarāya Namaḥ Ich grüße dich, strahlende Quelle des Lichts!

Wer tiefer in die Klangdimension einsteigen möchte, findet in unserem YACEP Meditation Workshop und im Wochenende des Klang-Yoga und Tantra den passenden Rahmen.

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Wie viele Runden – und wann?

Die Zahlen

  • 3–6 Runden – als Aufwärmung vor einer Kriyā oder einer Āsana-Praxis. Reicht, um Kreislauf und Gelenke zu öffnen.
  • 12 Runden – die klassische tägliche Praxis, eine für jeden Namen der Sonne. Etwa 10–15 Minuten.
  • 24 Runden – die kräftigende Form. Hier beginnt der Sonnengruß, den Stoffwechsel und die Stimmung spürbar zu verändern.
  • 108 Runden – die Sādhana. 108 ist die heilige Zahl der Vollständigkeit: 108 Perlen hat die mālā, 108 Namen hat die Göttin. Wir üben sie gemeinsam bei den 108 Sonnengrüßen in der Wachau – zur Sonnenwende, im Freien.

Die beste Zeit

Der Sonnengruß gehört in den Morgen – idealerweise in die brahma muhūrta, die anderthalb Stunden vor Sonnenaufgang, oder einfach dann, wenn das erste Licht kommt. Auf nüchternen Magen, mindestens drei Stunden nach der letzten Mahlzeit.

Am Abend geübt wirkt er anregend statt beruhigend. Wenn du abends praktizierst, nimm lieber den Mondgruß – er ist der kühlende Gegenpol und arbeitet mit viśuddhi statt mit dem Nabelfeuer.

Vorher aufwärmen

Steife Gelenke am frühen Morgen sind normal. Ein paar Minuten aus der Pavanmuktāsana-1-Serie – die Gelenkserie – bereiten Fußgelenke, Knie, Hüften und Schultern gut vor. Das ist besonders zu empfehlen, wenn du in den kraftvolleren Formen mit kapālabhāti übst.

Sūrya Namaskāra Schritt für Schritt

Lass uns nun gemeinsam durch die einzelnen Positionen des Sūrya Namaskāra gehen – das Tor zum Leben.

Die Haltungen selbst bleiben in jeder Variante gleich, ob du mit fließendem Atem, mit mūla bandha, mit kapālabhāti oder mit Mantra übst. Deshalb lohnt es sich, sie einmal genau anzusehen.

Hinweis: In jeder Runde ist jeweils ein Bein führend beim Zurück- und Vorsteigen. In der ersten Runde beginnt das rechte Bein, in der zweiten Runde das linke. So bleibt die Praxis symmetrisch.

1. Pranāmāsana – Gebetshaltung

Stehe aufrecht mit geschlossenen Füßen. Die Hände sind leicht gegeneinander gedrückt vor dem Herzen. Spüre die Kraft deiner Mitte.

Oṁ Śrīmaḥ Sūryāya Nārāyaṇāya Namaḥ

Dṛṣṭi (Blickfokus): zum Horizont, mit dem inneren Fokus im Herzen.

2. Hastottānāsana – Haltung der erhobenen Arme

Mit der Einatmung hebe die Arme über den Kopf und öffne deine Handflächen dem Kosmos. Die Beine bleiben aktiv, die Brust ist weit geöffnet, die Arme leicht gespreizt.

Dṛṣṭi: in den Kosmos.

3. Pādahastāsana – Hände-zu-Füßen-Haltung

Beuge dich aus der Hüfte nach vorne. Die Hände kommen neben die Füße, Finger neben die Zehen. Die Knie dürfen zunächst gebeugt sein, um den Bauch an die Oberschenkel zu bringen. Dann strecke langsam die Beine, sodass die Stirn auf den Knien ruht.

Dṛṣṭi: zum Nabel.

Pranamasana Hastottanasana Padahastasana im Sonnengruss, Surya Namaskara Handzeichnung Bleistift Matsya Yoga Wien

4. Aśva Sañcalanāsana – Reiterposition

Steige mit dem rechten Bein zurück. Die Fingerspitzen bleiben neben den Zehen am Boden, die Handflächen heben sich leicht. Das Becken sinkt, das linke Knie bleibt über dem linken Fuß. Die Brust wölbt sich nach vorne, der Kopf ist leicht im Nacken.

Dṛṣṭi: Ājñā Chakra – zwischen den Augenbrauen.

Ashva Sanchalanasana Reiterposition im Sonnengruss, Surya Namaskara Handzeichnung Bleistift Matsya Yoga Wien

5. Parvatāsana – Bergstellung

Steige mit dem linken Bein zurück in den Berg. Füße geschlossen. Die Hände, Schultern und Hüften bilden eine Linie – kein Hohlkreuz, kein Buckel. Die Knie dürfen leicht gebeugt bleiben, damit das Becken Freiheit hat.

Dṛṣṭi: zum Nabel – genieße die Weite und Kraft.

6. Aṣṭāṅga Namaskāra – Acht-Punkte-Gruß

Senke zuerst die Knie zum Boden, dann das Kinn zwischen die Fingerspitzen. Rutsche mit dem Becken leicht nach vorne, bis das Brustbein den Boden berührt. Acht Punkte berühren nun die Erde: Füße, Knie, Brustbein, Kinn und Hände.

Dṛṣṭi: zum Horizont – nach vorne, nicht zum Boden.

Parvatasana und Ashtanga Namaskara im Sonnengruss, Surya Namaskara Handzeichnung Bleistift Matsya Yoga Wien

7. Bhujaṅgāsana – die Kobra

Gleite sanft nach vorne. Hebe den Oberkörper an, während das Becken zum Boden sinkt. Die Ellbogen bleiben nah am Körper, die Schultern weg von den Ohren. Öffne die Brust nach oben und hinten – nicht den Nacken überstrecken, sondern das Brustbein heben.

Die Kobra ist der Wendepunkt des Sonnengrußes. Hier öffnet sich Anāhata, das Herzzentrum – nach dem tiefsten Punkt der Sequenz kommt die größte Öffnung.

Dṛṣṭi: nach oben, in den Himmel.

8. Parvatāsana – Bergstellung

Drücke die Hände in den Boden, ziehe den Nabel ein und hebe das Becken zurück in den Berg. Die Fersen streben zum Boden, ohne ihn erzwingen zu müssen. Nimm hier bewusst einen Moment Länge in der Wirbelsäule.

Dṛṣṭi: zum Nabel.

Bhujangasana Kobra im Sonnengruss, Surya Namaskara Handzeichnung Bleistift Matsya Yoga Wien

9. Aśva Sañcalanāsana – Reiterposition

Steige mit dem rechten Bein nach vorne. In der nächsten Runde wirst du das Bein wechseln. Fingerspitzen berühren den Boden, Handflächen heben sich. Die Hüfte sinkt, die Brust öffnet sich, der Blick geht nach oben.

Dṛṣṭi: Ājñā Chakra.

Ashva Sanchalanasana zweite Reiterposition im Sonnengruss, Surya Namaskara Handzeichnung Bleistift Matsya Yoga Wien

10. Pādahastāsana – Hände-zu-Füßen-Haltung

Steige mit dem linken Bein nach vorne. Lass die Knie gebeugt, wenn das hilft, den Bauch an die Oberschenkel zu bringen.

Dṛṣṭi: nach innen – in die Stille.

11. Hastottānāsana – Haltung der erhobenen Arme

Mit gebeugten Knien und geradem Rücken richte dich nach oben auf. Öffne die Brust, lasse die Arme sich leicht ausbreiten und zeige deine Handflächen dem Kosmos.

Dṛṣṭi: in den Kosmos – er ist dein Zuhause.

12. Pranāmāsana – Gebetshaltung

Führe die Hände über dem Kopf zusammen und senke sie langsam vor das Herz. Beim Senken der Arme kannst du das Bīja-Mantra des jeweiligen Sonnenaspekts oder einfach OM singen, um die Verbindung zwischen Kosmos und Herz zu feiern.

Dṛṣṭi: nach innen – zum Herzen.

Das ist eine Runde.

Padahastasana Hastottanasana und Pranamasana Abschluss im Sonnengruss, Surya Namaskara Handzeichnung Bleistift

Häufige Fehler – und was stattdessen hilft

  • Die Knie durchdrücken in der Vorbeuge. Der Rücken rundet, die Hüfte bleibt zu. Besser: Knie beugen, Bauch an die Oberschenkel, erst dann die Beine strecken – so weit es geht.
  • Den Nacken überstrecken in der Kobra. Das gibt ein Gefühl von Tiefe, ist aber keins. Hebe stattdessen das Brustbein und lass den Nacken die Verlängerung der Wirbelsäule bleiben.
  • Die Schultern zu den Ohren ziehen. Kommt fast immer im Berg und in der Kobra vor. Schulterblätter nach unten und zueinander, dann öffnet sich die Brust von selbst.
  • Zu schnell zu viel. Zwölf saubere Runden wirken mehr als vierundzwanzig gehetzte. Das Tempo darf steigen – aber erst, wenn der Ablauf im Körper sitzt.
  • Den Atem vergessen. Wenn du merkst, dass du die Luft anhältst, bist du zu schnell. Verlangsame, bis der Atem die Bewegung wieder trägt.
  • Immer mit demselben Bein beginnen. Der Beinwechsel zwischen den Runden ist kein Detail – ohne ihn wird die Praxis asymmetrisch.

Wann du vorsichtig sein solltest

Der Sonnengruß ist in seiner ruhigen Form für fast alle geeignet. Bei den kraftvollen Varianten gilt jedoch:

Kapālabhāti ist bei Schwangerschaft, unbehandeltem Bluthochdruck, akuten Herz-Kreislauf-Beschwerden, Epilepsie sowie kurz nach Bauch- oder Augenoperationen nicht angezeigt. Übe dann mit ruhiger, tiefer Atmung – das ist eine vollwertige Praxis.

Bei Bandscheibenproblemen, akuten Rückenschmerzen und Knieverletzungen die Vorbeugen mit gebeugten Knien üben und die Kobra nur so weit, wie sie schmerzfrei bleibt. Bei Bluthochdruck und Glaukom die Kopftieflagen kurz halten. Im Zweifel sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt – und mit uns.

Das Sūrya-Namaskāra-PDF

Wir haben die gesamte Sequenz mit allen Zeichnungen, den Atemhinweisen und den zwölf Mantras als PDF zusammengestellt – zum Ausdrucken und Mitnehmen auf die Matte. Es liegt frei in unserem Downloads-Bereich, gemeinsam mit vielen weiteren Kundalini-Yoga-Kriyās, Mantras und Handouts.

Möchtest du dieses PDF, die Bilder oder den Text verwenden?

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www.yogamatsya.com

Häufige Fragen zum Sonnengruß

Was bewirkt der Sonnengruß im Körper?

Er bewegt jedes große Gelenk und jede große Muskelgruppe in einer einzigen Sequenz: Vorbeuge, Rückbeuge, Streckung, Stütz. Er bringt Kreislauf und Atmung in Schwung, mobilisiert die Wirbelsäule in beide Richtungen und massiert durch den Wechsel von Beugung und Streckung die Bauchorgane. Deshalb reichen zwölf Runden als vollständige Morgenpraxis.

Wie viele Sonnengrüße sollte ich täglich machen?

Zwölf – einer für jeden Namen der Sonne – sind die klassische tägliche Dosis und dauern etwa 10 bis 15 Minuten. Wer wenig Zeit hat, macht drei bewusste Runden statt zwölf gehetzter. Wer mehr will, geht auf 24. Die 108 sind eine eigene Sādhana und kein Alltagsziel.

Was ist der Unterschied zwischen Sonnengruß im Hatha Yoga und im Kundalini Yoga?

Die Haltungen sind dieselben. Der Unterschied liegt in dem, was hinzukommt: mūla bandha zwischen den Atemzügen, ein kapālabhāti-Impuls in jeder Position, die Bīja-Mantras der Sonne. Aus einer Aufwärmung wird dadurch ein Werkzeug, um Energie zu wecken und ins Zentrum zu ziehen. Wie sich die beiden Wege insgesamt zueinander verhalten, beschreiben wir in Hatha und Kundalini Yoga.

Kann ich den Sonnengruß als Anfängerin oder Anfänger üben?

Ja. Beginne mit der ruhigen Form: ein Atemzug pro Haltung, Knie in den Vorbeugen gebeugt, Kobra nur so weit, wie sie leicht bleibt. Drei bis sechs Runden reichen am Anfang völlig. Die kraftvollen Varianten mit kapālabhāti kommen später – am besten unter Anleitung in einer unserer Yogaklassen in Wien.

Was bedeuten die 12 Namen der Sonne?

Jeder der zwölf Namen beschreibt eine Qualität des Sonnenlichts – Freund, Beschützer, Nährende, goldener Lebensschoß, schöpferische Kraft. Sie sind keine zwölf verschiedenen Götter, sondern zwölf Blickwinkel auf dieselbe Kraft. Wer sie in den Haltungen singt, färbt jede Position mit einer eigenen Empfindung ein.

Was ist Mūla Bandha und warum ist es hier so wichtig?

Mūla bandha ist der Wurzelverschluss am Beckenboden. Gezogen am Ende jeder Ein- und Ausatmung, hält er die entstehende Energie im Körper, statt sie entweichen zu lassen. Ohne ihn ist der Sonnengruß eine gute Übung; mit ihm wird er zum Eingang in die Kundalini-Praxis. Mehr dazu im Beitrag über Mūlādhāra Chakra.

Sonnengruß oder Mondgruß – was wann?

Der Sonnengruß am Morgen, wärmend, aktivierend, aus dem Nabelfeuer. Der Mondgruß am Abend oder rund um den Vollmond, kühlend, nach innen gewandt, aus dem Halszentrum. Zusammen bilden sie ein Paar – Tag und Nacht, piṅgalā und iḍā. Wer beide übt, kennt beide Seiten seines eigenen Systems.

Muss ich an die Sonne oder an Götter glauben, um das zu üben?

Nein. Der Gruß richtet sich an das, was Leben ermöglicht – das kann man religiös verstehen oder schlicht als Tatsache. Die Wirkung der Übung hängt nicht von einer Überzeugung ab, sondern davon, ob du wirklich anwesend bist, während du sie machst.

Kann ich den Sonnengruß im Unterricht verwenden?

Sehr gerne. Das PDF liegt frei im Downloads-Bereich. Wenn du ihn mit allen Hintergründen unterrichten möchtest, ist er fester Bestandteil unserer RYT 200h Yogalehrer-Ausbildung. Für bereits zertifizierte Lehrende gibt es die RYT 300h Ausbildung und die YACEP Kundalini-Fortbildung.

Mehr Inspiration von uns

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Und wenn du mit uns üben möchtest: Die Termine findest du unter Yogaklassen in Wien, längere Formate in den Retreats in der Wachau und in unseren Ausbildungen, die es auch als Online- und Hybrid-Format gibt. Bei Fragen erreichst du uns über die Kontaktseite.