Sahasrara Chakra

Sahasrara Chakra

SAHASRĀRA Chakra

In ihr ist der ewige Ort, der die Wohnstätte Śivas genannt wird, der zeit- und raumlos ist, der frei von māyā (Illusion) ist, nur von Yogis erreichbar und der als Nityananda (immer in Glückseligkeit) bekannt ist. Er ist erfüllt mit jeder Form von Glückseligkeit und ist reine Erkenntnis.

Einige nennen es Brahman; andere nennen es Haṃsa. Weise beschreiben es als die Wohnstätte Viṣṇus, und rechtschaffene Männer sprechen von ihm als dem unaussprechlichen Ort der Erkenntnis des Ātman oder dem Ort der Befreiung.

Ṣaṭ-Cakra-Nirūpaṇa

 

iccha shakti para

DIE ORT DER FREIHEIT

So wie jeder Anfang ein Ende hat, hat jede Reise ein Ziel. Sahasrāra ist der Ort des Endes aller Sehnsucht nach Erfüllung. Es ist der Ort der Ruhe und der Zustand der Einheit mit dem ultimativen Ziel.

Die Fähigkeit, den Geist zum Zwecke der Meditation zu binden (dhāraṇā) und zu kontrollieren, ist die Kraft von viśuddha. Die Einheit mit dem Objekt der Meditation (dhyāna), also die Absorption in darin, ist jedoch die Kraft von ājñā. Dort löst sich das begrenzte Selbst auf.

Laut Patañjali ist samādhi die mystische Stufe des Seins, die dieser vollständigen Einheit mit dem Objekt der Meditation folgt. Es ist die Einsicht in die Natur der Dinge, das Eintreten in das Mysterium Gottes.

Konzentration fixiert das Bewusstsein auf ein einziges Objekt. Dies wird Dhāraṇā genannt. Wenn der gesamte Wahrnehmungsstrom eins mit diesem Objekt ist, ist dies Dhyāna.

Wenn nur die wesentliche Natur des Objekts hervorleuchtet, als ob es formlos wäre, ist Samādhi entstanden.

Yoga-Sūtras (3:1–3)

Samādhi ist das letzte der acht Glieder des Yoga und somit die höchste Stufe der yogischen Evolution. Sahasrāra bezieht sich ebenfalls auf diesen höchsten spirituellen Zustand. Daher ist die Erweckung von sahasrāra nichts anderes als das Eintreten in den Zustand des samādhi.

Kontemplation über das wahre Sein ist eine Reise, so wie das Leben selbst. Diese Reise ist bewusst oder unbewusst auch eine Suche nach dem Mysterium des Daseins. Die Chakren sind genau jene Reise durch das Selbst.

Jedes Chakra ist ein Ort, an dem ein Teil der Kraft der Welt und dessen, was ist, erkannt werden kann. Am Ende dieser Reise durch die vertikale Achse des Selbst, in der das Bewusstsein schlummert und die Chakren wie Perlen auf einer Schnur aufgereiht sind, erhebt sich die mystische Erfahrung der Einheit mit Gott, der Quelle, dem Weg, dem Ziel.

In der yogischen Philosophie entspringt die Welt aus der Leere, die durch māyā (Illusion oder Śakti) alle Formen erschafft. Diese Energie (Śakti) schläft in mūlādhāra, im Materiellen, und kehrt, sobald sie erweckt ist, zu ihrer Quelle im Formlosen zurück.

Sahasrāra, das außerhalb von Zeit und Raum liegt (und in dieser Weise leer und voll zugleich ist), ist der Bewusstseinszustand, der die Quelle des Seins ist. Als solche findet Śakti ihren Ruheplatz in sahasrāra, als den Ort der endgültigen Hochzeit zwischen Energie und ihrer größten Ausdehnung, dem Bewusstsein.

Sahasrāra kann auch als die komplementäre oder transformierte Energie von mūlādhāra verstanden werden. Mūlādhāra drückt die Natur des Menschen als Materie aus. Eine der klarsten Eigenschaften der Materie ist ihre Begrenzung in den Dimensionen von Raum und Zeit.

Durch diese Matrix des Materiellen ist mūlādhāra das Tor in das Leben und damit in Geburt und Form.
Sahasrāra, als die Form seiner transformierten Energie, ist sein ewiges Gegenstück und daher das, was zeitlos und ohne Raum ist, das, was ohne Begrenzungen und ohne Form ist.

Daher ist sahasrāra der Tod und der ungeborene Zustand des Seins, der Zustand der Transzendenz.

 

mond vishuddha

EIGENSCHAFTEN

Aktiv: Stille

Bedeutung: Tausendfältig

Mantra: Oṃ śrī ma, Oṃ Mahāsarasvatī namaḥ

Element Bīja: Śrī, Oṃ Bewusstsein/Leere

Aspekt von icchā Śakti: Ewige Erde - Mahā Sarasvatī

Alter: 42–48 Jahre

Anatomie: Über dem Scheitel des Kopfes.

Symbolik: Ein Lotus mit 1.000 Blütenblättern, ein strahlend weißer liṅga.

vyana prana crown chakra

Übung für die Chakren

Hier in unserem Download-Bereich findest du Übungen zu allen Chakren.

Alle Übungen sind von Hand illustriert und liebevoll gestaltet. Sie werden deine Yoga-Praxis bereichern und vertiefen. Schau vorbei und praktiziere mit uns! Alles Liebe!

Mehr zu den Chakren hier

Eine Reise durch die Chakren ist eine Reise zu dir selbst.

In diesem Buch reisen wir auch zu den Wurzeln des Kundalini Yoga und yogische Anatomie, wir entdecken die Geheimnisse der Koshas, Prana und der Dreifaltigkeit der Göttin.

Diese tiefgründigen Praktiken, Visionen und Einsichten in die yogische Anatomie und Chakren werden jede Yoga-Praxis inspirieren und bereichern.

Weitere Artikel Wöchentlich

Wir werden wöchentlich weitere Artikel zu den einzelnen Chakren, den Koshas und Themen yogischer Philosophie verfassen. Schau vorbei oder schreib uns eine E-Mail, sodass ich dich in den Newsletter-Verteiler aufnehmen kann.

Noch Fragen? Schreib uns einfach!

Vishuddha Chakra

Vishuddha Chakra

VIŚUDDHA Chakra

Wer immer darüber meditiert, ist wahrlich der Herr der Yogis und verdient es, weise genannt zu werden; durch die Meditation über diesen Viśuddha-Lotus versteht der Yogi sofort die vier Veden mit ihren Geheimnissen (...).

Selbst wenn der Geist des Yogis zufällig an diesem Ort im Selbst absorbiert ist, zieht er sich von der äußeren Welt zurück und genießt sicherlich die innere Welt.

Śiva Saṃhitā (5:92–93)

 

chakra sound vishudda

DIE KRONE DER WELT

Viśuddha befindet sich im Himmel jenseits der menschlichen Individualität und repräsentiert den ersten Sitz unserer kosmischen Identität, die von der Kraft des Willens, icchā Śakti, regiert wird.

Icchā Śakti ist wie die Taube, die hoch in der Kuppel der Kirche schwebt und den letzten Aspekt der Dreifaltigkeit verkörpert: Wille, Wissen und Handlung. Dieser kosmische Wille (icchā) entfaltet sich in einer inneren Dreifaltigkeit aus drei weiteren Aspekten.

Ähnlich wie in einem Kaleidoskop entfaltet sich die holografische Natur der Wirklichkeit, und was unterhalb des Herzens eine Dreifaltigkeit besitzt, besitzt auch darüber eine weitere – viśuddha, ājñā, sahasrāra.

Viśuddha symbolisiert den Aspekt des kosmischen Feuers und des Raumes, in dem der Geist transformiert wird. Wenn der Geist durch die Kraft des Feuers gereinigt ist, kann er in den Himmel des reinen Verstehens aufsteigen, wo Stille herrscht und die Wolken der Gedanken sich verzogen haben. Hier, im Raum der Stille, entfaltet sich die Wahrheit. Dieses kosmische Feuer, das vom Hals aus strahlt, wenn das maṇipūra-Chakra gereinigt ist, ist Mahā Kālī, die höchste und ewige Kālī.

Viśuddha wird vom fünften Element regiert, das die Kräfte der anderen vier Elemente umfasst. In viśuddha zu leben bedeutet daher, Macht über die Elemente und damit über die gesamte Welt zu besitzen.

Während maṇipūra die Macht über den materiellen Aspekt der Welt verkörpert, repräsentiert viśuddha die Herrschaft über den Geist und damit über das Selbst. Sobald das Selbst gemeistert ist und man in der eigenen Stille ruhen kann, gibt es keine Hindernisse mehr auf dem Weg zur Selbstentfaltung. Der einzige Feind, den es zu besiegen gilt, ist man selbst. Ist dies erreicht, öffnet sich die letzte Barriere zum Himmel der Erkenntnis.

Das Bewusstsein auf der Ebene des viśuddha ermöglicht es, das, was einst für giftig gehalten wurde, in nährenden Nektar zu verwandeln. Hindernisse werden zu Chancen. Die Kraft der Weisheit ermöglicht es, die Widerstände des Lebens in einen Neuanfang und größere Lebenskraft zu verwandeln. Diese Kraft der Weisheit, die dem gewöhnlichen Geist fremd ist, unterstreicht die überlegene, gar kosmische Natur von viśuddha. Śiva, manchmal bekannt als Nīlakaṇṭha, der Blauhalsige, symbolisiert die Fähigkeit, das größte Gift in persönliche Weisheit zu transformieren.

Viśuddha bedeutet "Reinheit" und ist der Sitz des entfalteten Selbst, der erfahrbar wird, wenn der Geist durch die Kraft des Herzens transformiert ist. Es ist der Ort, an dem die eigene Natur sich ohne Kompromisse vollständig entfaltet, wie ein Meister auf seinem Thron. Diese Natur ist Glückseligkeit ohne Ende, eine Präsenz, die den Raum erfüllt, so wie der Raum alles durchdringt.

Wenn viśuddha das Leben durchdringt, manifestiert sich unsere eigentliche Natur als die Schwingung, mit der wir die Welt durchdringen. Diese Schwingung ist auf individueller Ebene der Ton der eigenen Stimme. Der Klang deines Selbst ist daher ein Indikator dafür, wie tief du in deinem eigentlichen Wesen ruhst; es ist die Musik des Tanzes um deine eigene Mitte.

Und doch, so wie das Wesen von viśuddha Klang im Raum ist, so ist die Wesen jedes Wortes letztlich der stille Raum, in dem es eingebettet ist. Die Kraft der Worte liegt in ihrer Stille, nicht im Wort selbst. Diese Stille ist das Wesen der Bedeutung der Worte, das den Raum jenseits der Konzeption ausdrückt.

Dort, in Stille, jenseits des Wortes, findet das Verstehen statt.

Das Wort allein ist Geist, Konzept, Form, aber die Stille dazwischen ist Erkenntnis jenseits des Konzeptionellen, es ist ihre innere Bedeutung. Genau wie ein Wort ohne seine Bedeutung machtlos ist, wird auch die Sprache ohne Stille, die sie begleitet, machtlos.

Wenn du also sprichst, wähle deine Worte in Stille eingebettet, und auf diese Weise verehre das große viśuddha, den Sitz des wortlosen, tiefen inneren Verständnisses.

 

mond vishuddha

EIGENSCHAFTEN

Aktiv: Worte mit Bedeutung. Erkenntnis ohne Worte. Charakter, Stärke, Integrität, Intelligenz, Verantwortung und Kohärenz von Gedanken, Sprache und Handlung. Ehrlichkeit und ein gut etabliertes Leben. Stabiler Stoffwechsel, stabiler Geist, stiller Geist.

Bedeutung: Reinheit

Mantra: Oṃ ākāśai namaḥ

Element Bīja: Haṃ, Raum

Aspekt von icchā Śakti: Ewiges Feuer - Mahā Kālī

Alter: 28–35 Jahre

Anatomie: In der zentralen vertikalen Achse hinter der Grube des Halses. Die Bihar School zeigt seine Position oben auf der Halsgrube.

Symbolik: Ein goldener oder lila Lotus mit 16 Blütenblättern, eine silberne Scheibe, ein weißer Elefant.

vishuddha berg chakra meditation

Übung für das Herz Chakra

Hier in unserem Download-Bereich findest du die Übung „Anahata Kriya”. Diese Übung ist eine Verehrung und Erweckung der Energie des Herz Chakras.

Alle Übungen sind von Hand illustriert und liebevoll gestaltet. Sie werden deine Yoga-Praxis bereichern und vertiefen. Komm vorbei und praktiziere mit uns! Alles Liebe!

Mehr zu den Chakren hier

Eine Reise durch die Chakren ist eine Reise zu dir selbst.

In diesem Buch reisen wir auch zu den Wurzeln des Kundalini Yoga und yogische Anatomie, wir entdecken die Geheimnisse der Koshas, Prana und der Dreifaltigkeit der Göttin.

Diese tiefgründigen Praktiken, Visionen und Einsichten in die yogische Anatomie und Chakren werden jede Yoga-Praxis inspirieren und bereichern.

Weitere Artikel Wöchentlich

Wir werden wöchentlich weitere Artikel zu den einzelnen Chakren, den Koshas und Themen yogischer Philosophie verfassen. Schau vorbei oder schreib uns eine E-Mail, sodass ich dich in den Newsletter-Verteiler aufnehmen kann.

Noch Fragen? Schreib uns einfach!

Ajna Chakra

Ajna Chakra

ĀJÑĀ Chakra

Der Lotus namens Ājñā ist wie der wunderschön weiße Mond. Auf seinen zwei Blütenblättern sind die Silben Ha und Kṣa, die ebenfalls weiß sind und seine Schönheit verstärken.

Es strahlt mit dem Glanz der Meditation (Dhyāna).

Ṣaṭ-Cakra-Nirūpaṇa

ajna chakra sound

DAS ENDLOSE GEHEIMNIS

Ājñā bedeutet "der Befehl" und ist der Ort, an dem der Wille der Realität sichtbar wird; von dort aus befiehlt die Welt ihr Sein.

Es ist ein Ort der Einheit, an dem der eigene Wille und der Wille der Welt eins werden. Wenn der eigene Wille mit dem der Welt eins wird, wird der Weg zum richtigen Leben und Handeln sichtbar. Die Einsicht, wie man leben und handeln soll, ist der ideale und damit göttliche Weg und in gewissem Sinne das göttliche Gebot.

Dieses Gebot ist jedoch keines, das Gott verlangt oder ausspricht. Es ist schlichtweg das Sein der Dinge. Das "So-Sein" befiehlt die Welt. Es ist durchsetzungsfähiger als jedes Wollen oder Wünschen; was ist, ist immer wie es ist.

Die Wirklichkeit befiehlt durch ihr Sein, sie benötigt keine Worte.

Ājñā ist ein Zustand meditativer Trance, von dem man in die absolute Leere als die Quelle aller Existenz eindringt. Diese Leere ist ekstatisch, sie ist nicht nur reine Leere (śūnyatā), sondern auch die totale Fülle (pūrṇatva). Indem das, was überhaupt nichts ist, vollständig umarmt wird, wird das sichtbar, was alles wirklich ist. Denn alles Sein ist im Nichtsein vollständig enthalten.

Nur wenn man völlig still ist, kann man wirklich hören, was die Welt zu sagen hat; wenn man bereit ist zu sterben, ist man bereit wirklich zu leben.

Je tiefer man in die Leere hineingeht, desto größer wird die Anziehung zur höchsten Fülle. Diese beiden sind verbunden, denn der höchsten Leere des ājñā-Chakras liegt eine fast unerträgliche Intensität der Ekstase zugrunde. Die Freude an allem, was jemals sein wird, alle Wünsche, die jemals empfunden werden, alle Liebe, die mehr Liebe gebären will und wird, schläft in der Matrix dieser höchsten Leere.

Dieser leere und zugleich volle, ekstatische Tanz ist das ājñā-Chakra.

Die Welt ist aus dem Wechselspiel zweier Flüsse geformt – einer, der nach unten fließt, und einer, der nach oben strebt. Der eine ist iḍā, der nährende Mond, der in die Manifestation herabfließt, und der andere ist piṅgalā, die Kraft der Sonne, die hinauf in die Subtilität strebt. Ājñā ist das Tor zu diesen beiden Kräften, der Schöpfung und der Auflösung. Ājñā ist die Explosion von allem Sein aus einem einzelnen, dimensionslosen Punkt (bindu). Diese Explosion, die Entstehung aller Dinge ins Sein, ist die Ekstase von ājñā, eine orgasmische Freude, die bei Meditation über ājñā erlebt wird.

Ājñā wird als vārāṇasī oder benares beschrieben, die Stadt zwischen Indiens zwei heiligen Flüssen. Diese Flüsse repräsentieren die Gewässer der Helligkeit und der Dunkelheit, die von den heiligen Bergen herabfließen. Diese Metapher steht für iḍā und piṅgalā, die zwei Flüsse, die von der einen suṣumnā, dem heiligen Berg und zentralen Kanal des Bewusstseins, herabfließen.

Ājñā liegt zwischen diesen zwei Flüssen und ist somit der Raum frei von den Einflüssen von iḍā (dem inneren Geist) und piṅgalā (äußerer Objektivität). Diese zwei Kräfte repräsentieren die sinnliche Welt, Leben und Tod und alle darin befindlichen Elemente. Ājñā ist damit jener Ort, an dem die Dualität endet, das Ende des Todes und auch der Geburt.

Wenn die gesamte Welt in Meditation aufgelöst wird, wird das Selbst in der Welt absorbiert. Dann tanzt das Selbst freudig davon. Diese meditative Absorption im Ultimativen ist Einheit; es ist dhyāna. Es ist der Tod dessen, was man begehrt, um wirklich als das zu leben, was man ist.

Leer sein von einem selbst, aber gefüllt mit wahrem Sein.

Dort, wo die Nadis bei ājñā zusammenlaufen, liegt rudragranthi, der durch die Kraft von icchāśakti – dem höchsten Willen – transzendiert wird. Rudragranthi ist der Ort der Bindung an das Selbst. Diese Bindung kann nur überwunden werden, wenn ihre Auflösung ein Akt der Freude ist. Wie könnte man jemals loslassen, wenn man nicht wüsste, dass man von der Hand Gottes gehalten wird?

Tief im Innern wissen wir, dass Freude unsere eigentliche Natur ist. Sich auflösen, loslassen in Freude bedeutet daher, in das größere Sein einzutreten. Es ist keine Zerstörung des Selbst, es ist seine Ausdehnung in seine größere Form. Freude ist sein Zuhause.

Daher löst sich in Gegenwart dieses Geschenks, das begrenzte Selbst ohne Widerstand auf. Diese ewige Freude ist wie das kosmische Wasser, aus dem alles entspringt, und symbolisiert die orgasmische Quelle der Welt. Sie wird von Mahā Lakṣmī personifiziert, der einen und ewigen großen Fülle.

mond vishuddha

EIGENSCHAFTEN

Aktiv: Freude, das Unbekannte wissen, das Geheimnis zu erkennen, Hellsehen, Ekstase, Gleichgültigkeit gegenüber allem. Spontane Meditation.

Bedeutung: Der Befehl

Mantra: Oṃ, Oṃ Mahālakṣmī namaḥ

Element Bīja: Energie (Haṃ/Kṣaṃ)

Aspekt von icchāśakti: Ewiges Wasser - Mahā Lakṣmī

Alter: 35–42 Jahre

Anatomie: Hinter den Augenbrauen in der Mitte des Schädels/Hypophyse. Auch bhrūmadhya genannt.

Symbolik: Ein weißer Lotus mit zwei Blütenblättern, eine silberne Scheibe, ein schwarzer liṅga.

iccha shakti para

Übung für das Herz Chakra

Hier in unserem Download-Bereich findest du die Übung „Anahata Kriya”. Diese Übung ist eine Verehrung und Erweckung der Energie des Herz Chakras.

Alle Übungen sind von Hand illustriert und liebevoll gestaltet. Sie werden deine Yoga-Praxis bereichern und vertiefen. Komm vorbei und praktiziere mit uns! Alles Liebe!

Mehr zu den Chakren hier

Eine Reise durch die Chakren ist eine Reise zu dir selbst.

In diesem Buch reisen wir auch zu den Wurzeln des Kundalini Yoga und yogische Anatomie, wir entdecken die Geheimnisse der Koshas, Prana und der Dreifaltigkeit der Göttin.

Diese tiefgründigen Praktiken, Visionen und Einsichten in die yogische Anatomie und Chakren werden jede Yoga-Praxis inspirieren und bereichern.

Weitere Artikel Wöchentlich

Wir werden wöchentlich weitere Artikel zu den einzelnen Chakren, den Koshas und Themen yogischer Philosophie verfassen. Schau vorbei oder schreib uns eine E-Mail, sodass ich dich in den Newsletter-Verteiler aufnehmen kann.

Noch Fragen? Schreib uns einfach!

Anahata Chakra

Anahata Chakra

ANĀHATA Chakra

Der Yogi, der dem Klang im Herzen lauscht, der wie ein rauschender Fluss ohne Anfang und Ende ist, wird in diesem Klang baden, der eins mit Gott (śabda-brahmaṇi) ist und den höchsten Zustand erreichen.

Vijñāna-Bhairava-Tantra (38)

 

anahata chakra sound

DER Sitz Der Seele

Aus dem Zentrum des Seins erhebt sich ein Klang – der Klang deiner Existenz, der Klang aller Dinge. Es ist die Symphonie des Lebens, in der jeder Ton dein Leid, aber auch deine Freude widerspiegelt.

Diese Musik ist das Gefühl dessen, was ist, sie umspannt alles zwischen Leben und Tod, und vom Tod zum ewigen Sein.

Anāhata, was „ungeschlagen“ oder „unbesiegt“ bedeutet, bezieht sich auf das, was ohne Ursache existiert – wie der Klang einer einzigen klatschenden Hand oder die Saite eines Musikinstruments, die erklingt, ohne angeschlagen worden zu sein. Es ist das Sein, das aus sich selbst heraus existiert, ohne dass es eines Zutuns bedarf. Anāhata lebt, einfach weil es immer gelebt hat. Es ist das ewige Sein, der Sitz der Seele.

Existenz manifestiert sich zuerst als ein Punkt (bindu) und dann als nāda (urspuenglicher Klang). Anāhata ist jener Ort, an dem nāda als nāda anāhata (der Klang des Herzens) wahrgenommen werden kann. Dieser Klang hat weder Anfang noch Ende. Er ist ein Spiegelbild des Göttlichen und ist Oṃ, der ewige Klang – das innere Mantra des Herzens.

Dieser nāda anāhata, oder Oṃ, ist Śabda-brahman, das Göttliche in Klangform. Denn was ist die Welt anderes als die Symphonie des Körpers Gottes? Du selbst bist eine Melodie, die das Leben über dich komponiert. Brahman, das Göttliche, ist eins mit ātman, der individuellen Seele. Aufgrund dieser Einheit von ātman und Brahman residiert ātman selbst im Herzen und brennt dort wie eine Flamme, die niemals flackert oder raucht. Diese Flamme, genannt akhaṇḍa jyoti, brennt wie der Klang, ohne Anfang und Ende.

Was kein Ende hat, kann nicht besiegt werden. Es kann weder genommen werden, noch gegeben werden. Es existiert ohne jede Bedingung, für immer und ewig.

Dies ist die Quelle der bedingungslosen Liebe, die auf die Welt scheint, unabhängig davon, wer in ihr Licht tritt. Es ist die Quelle der Schönheit, die von der Welt ausstrahlt und im Herzen aller Wesen wohnt.

Das Herz ist jener Ort, der zwischen Himmel und Erde liegt. Es schaut aus der Mitte heraus hinauf ins Universum und erkennt seine ewige Natur, blickt aber gleichzeitig hinab ins Leben und erkennt darin die Begrenztheit und das Leiden aller Dinge.

Die Symphonie, die aus dem Herzen ertönt, ist daher sowohl tragisch als auch wunderschön. Diejenigen, die den Herzensraum betreten, können jene Traurigkeit spüren, die von Freude durchdrungen ist. Nur wer das Leid anderer teilen kann, entwickelt Mitgefühl. Tief im Kern dieses Mitgefühls, sind Tränen der Freude, und ein Weinen in dem eine freudige Schönheit liegt.

Anāhata ist auch der Sitz von vijñānamaya kośa, dem Körper der Erkenntnis. Diese Erkenntnis unterscheidet sich von jener, die durch mānas und die Sinne geschaffen wird. Vijñāna (was Bewusstsein, Einsicht oder Unterscheidung bedeutet) bezieht sich auf das Wissen, das aus einem Zustand der Achtsamkeit entspringt. Es ist die Summe aller Erkenntnisse, die man über die Natur der Realität besitzt.

Damit umfasst vijñāna jene Glaubenssätze, die man über das Wesen der Realität in sich trägt (z. B., dass die Welt ein Ort ist, um Liebe zu geben oder Reichtum zu erwerben). In Bezug auf die spezielle Form der Persönlichkeit kristallisiert sich dieses Wissen als moralische Leitlinien oder religiöse Überzeugungen heraus. Hier liegen alle tiefen Strukturen des Glaubens und der Überzeugungen über die Natur des Göttlichen.

Auf diese Weise wächst in anāhata der kalpataru, der Wunsch erfüllende Baum, weil jeder tiefe Glaube zu deiner Realität werden muss. So fließt aus der Tiefe des Herzens die Realität hervor.
Wie das Herz auf der individuellen Ebene deines Seins der Sitz von vijñānamaya kośa, dem Körper der wahren Erkenntnis, ist, so ist das Herz auf kosmischer Ebene der Sitz von jñānaśakti – der Kraft der wahren Einsicht.

Jñāna ist das wahre Wissen jenseits der persönlichen Bewussseinserkenntnis, vijñāna. Verwandt mit dem griechischen Wort gnō̂sis teilt es die gleiche Wurzel und bezieht sich auf Einsicht über das Wesen Gottes.

Jñānaśakti ist jene kosmische Kraft, die weiß, was wirklich ist, und die zwischen Lüge und Wahrheit unterscheiden kann. Denn das Herz weiß, warum das Leben bedeutungsvoll ist, warum das Gute richtig und das Böse falsch ist.

Jñānaśakti ist jenes innere Wissen, in dem diese Wahrheit klar wird. Im Zentrum von jñānaśakti strahlt die eine kosmische Liebe.

Möge Parāparā (Jñānaśakti), die pulsierende, strahlende Zinke des Wissens, die die dreifache Fessel mit ihren brennenden Lichtstrahlen verbrannt hat, die Kraft haben, alles, was der Wahrheit widerspricht, zu entwurzeln.

Tantrāloka (Dr. Mark S. G. Dyczkowski)

tree of life yoga

EIGENSCHAFTEN

Ausgewogen:

Erkenntnis Gottes ist Liebe zu Gott. Freude, Offenheit, klare und offene Sprache, Kreativität, wortloses Wissen um die tiefere Bedeutung des Lebens, Wertschätzung der Schönheit des Lebens und Sterbens, Mitgefühl. Bereitschaft, zu vertrauen und loszulassen. Starkes Atmen, langes Leben und Vitalität bis ins hohe Alter.

Unausgewogen:

Grausamkeit, Nihilismus, totalitäre Tendenzen, Arroganz, Kleingeistigkeit, Schwierigkeiten, sich neuen Möglichkeiten zu öffnen. Zweifel an anderen. Flaches oder unregelmäßiges Atmen. Kurze Lebensspanne. Herzprobleme.

Bedeutung: Der ungeschlagene, unbesiegte

Mantra: Oṃ vāyu namaḥ, oṃ

Element bīja: Yaṃ, Luft

Kosmischer Aspekt: Jñānaśakti – die Kraft der wahren Einsicht

Alter: 21–28 Jahre

Anatomie: In der Mitte der zentralen vertikalen Achse (suṣumnā). In der Mitte der Brust.

Symbolik: Ein Lotus mit 12 Blütenblättern, zwei ineinander verschlungene Dreiecke, eine Flamme ohne Rauch.

anahata chakra yantra

Übung für das Herz Chakra

Hier in unserem Download-Bereich findest du die Übung „Anahata Kriya”. Diese Übung ist eine Verehrung und Erweckung der Energie des Herz Chakras.

Alle Übungen sind von Hand illustriert und liebevoll gestaltet. Sie werden deine Yoga-Praxis bereichern und vertiefen. Komm vorbei und praktiziere mit uns! Alles Liebe!

Mehr zu den Chakren hier

Eine Reise durch die Chakren ist eine Reise zu dir selbst.

In diesem Buch reisen wir auch zu den Wurzeln des Kundalini Yoga und yogische Anatomie, wir entdecken die Geheimnisse der Koshas, Prana und der Dreifaltigkeit der Göttin.

Diese tiefgründigen Praktiken, Visionen und Einsichten in die yogische Anatomie und Chakren werden jede Yoga-Praxis inspirieren und bereichern.

Weitere Artikel Wöchentlich

Wir werden wöchentlich weitere Artikel zu den einzelnen Chakren, den Koshas und Themen yogischer Philosophie verfassen. Schau vorbei oder schreib uns eine E-Mail, sodass ich dich in den Newsletter-Verteiler aufnehmen kann.

Noch Fragen? Schreib uns einfach!

Manipura Chakra

Manipura Chakra

MAṆIPŪRA Chakra

Das Chakra im Bereich des Nabels wird maṇipūraka (Haus der Edelsteine) genannt, da der Körper wie Edelsteine an einer Schnur von vāyu (prāṇa) durchdrungen ist.

Das jīva, angetrieben von den vergangenen tugendhaften und sündhaften Karmas, wirbelt in diesem großen Chakra mit zwölf Speichen herum, solange es die Wahrheit noch nicht erfasst hat.

Dhyānabindhu Upaniṣad (48–50)

 

nabel chakra manipura chakra sound

Der SITZ DER MACHT

Das maṇipūra-Chakra, auch bekannt als das „Haus der Kristalle“, ist das Zentrum der Selbstermächtigung und der Sitz des wachen Bewusstseinszustands (jāgrat).

Es repräsentiert die Kraft des Feuers und des Geistes, die, wenn sie transformiert wird, den letzten Aspekt der kriyāśakti, der universellen Handlungskraft, formt.

Aus den Tiefen des Verlangens und der Blindheit der unteren Zentren aufsteigend, ermöglicht das erwachende maṇipūra dem Praktizierenden, blinde Begierden zu überwinden und das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen. Gezieltes Handeln ist das, was im Nebel der Leidenschaften den unteren Zentren fehlt; maṇipūra, das Feuer, ist die Fähigkeit zu sehen. Dieses innere und äußere Sehen ermöglicht es dem Geist, einen Pfad in die Zukunft zu wählen.

Maṇipūra ist der Sitz des mānas, des Geistes, und damit die Quelle des manomaya kośa – des mentalen Körpers, des Sitzes unseres Wissens und unserer Projektionen.

Die eigentliche Realität existiert jenseits des Kategorisierbaren. Sie ist unbegreiflich, wie das Blatt eines Baumes, ein Stein oder dieses Buch – all diese Dinge sind zwar in Kategorien erfassbar, doch ihr wahres Wesen geht weit darüber hinaus. Das, was tatsächlich ist, ist nicht erfassbar; es würde unseren Geist auflösen. Daher muss der Geist, um in der Welt operieren zu können, ein einziges erfassbares Bild aus der unfassbaren, großen Realität herausschälen.

Auf diese Weise zerstört der Verstand mit jeder Kategorie das unendliche Potenzial dessen, was ist, zugunsten einer einzigen Sache – das kosmische Erleben zugunsten eines einzigen Menschen, der du bist.

Der Geist schafft Illusionen, Bilder und Geschichten und lässt einen glauben, dass dies die Welt ist. Klammern wir uns an diese Bilder, schrumpft die Welt in die Grenzen dieser Bilder; das pulsierende Wunder der Welt geht verloren. Denn das Wunder ist das, was immer neu entsteht, ohne das Erfassen; es entfaltet sich jenseits des Geistes und präsentiert sich dann ihm als Geschenk.

Wenn das Wunder in einem simplen Abbild seiner selbst erstickt, geht die Welt mit ihm verloren; der Geist kreist nur noch um sich selbst und meint, die Welt zu kennen. Und wenn er nach außen blickt, sieht er nur sein eigenes Spiegelbild, die Fratze seiner Illusionen. Depression, Wut und Angst fassen dann Fuß.

Denn wenn das Unendliche dem Endlichen weichen muss, wird das Unendliche Selbst in dir in einer endlichen Welt eingeschlossen; dann ist Verzweiflung unvermeidlich. Daher muss der Geist transformiert werden; man muss ihn wie Salz ins Meer der Unendlichkeit gießen, dann wird das Selbst aus seinem Gefängnis befreit

Der Weg aus dieser Begrenzung führt für den Yogi durch den Geist selbst, denn der Yogi muss den Geist verwenden, um den Geist selbst zu überwinden. Dieser paradoxe Vorgang ist der Weg des śaktopāya, des Weges der Kraft. Der Geist, der die Quelle der bindenden Illusion ist, besitzt die Kraft, eine befreiende Illusion zu schaffen.

Śakti ist Bindung und Freiheit zugleich.

Der Geist muss ein Bild der höchsten Realität schaffen und sich dann selbst in diesem Bild auflösen. Die Konzentration auf das höchste Selbst durchbricht die Barriere aller Kategorien und bringt das Selbst in den meditativen Zustand des Seins – dass es nur eine große, formlose Realität gibt. So wird der Geist befreit und wieder eins mit dem Ozean.

Wenn du deinen Geist auf mich richtest und mich von ganzem Herzen verehrst, wirst du sicher zu mir kommen; dies verspreche ich, weil ich dich liebe.

Bhagavad Gita [18.65]

Wenn man den eigenen Geist dem Unendlichen überlässt, fallen alle Begrenzungen, und der Weg zur Erweckung des letzten Aspekts der universalen Kraft der Handlung (kriyāśakti) wird frei: īśvara-praṇidhāna – die Hingabe an Gott.

Hingabe an den Ozean des Universalen bringt den Geist zum Schweigen und öffnet ihn für die Schönheit dessen, was jetzt ist, was wirklich ist.

Nur wenn die drei Kräfte der unteren Zentren erweckt und vereint sind – Hitze (tapas), Achtsamkeitskultivierung (svadhyaya) und Hingabe an Gott (īśvara-praṇidhāna) – kann die Kuṇḍalinī durch das individuelle Selbst zum Herzen aufsteigen.

Das ist der Weg zur Selbstverwirklichung und zugleich der Weg, ein lebendiger Teil von allem zu werden.

person meditating yoga sun moon

EIGENSCHAFTEN

Ausgewogen:

Willenskraft, Konzentration, Gefühl von Freiheit und Wunder, Stille. Leichtigkeit in Entscheidungen und Handlungen. Akzeptanz des Todes. Kontrolle über den eigenen Körper. Gesunde Haut, leichte Verdauung, starker Stoffwechsel, ausgeglichenes Gewicht.

Unausgewogen:

Schwäche des Willens, Geistes und Fokus. Getrieben von blinden Ambitionen und innerer Unruhe. Schwierigkeiten, eine Persönlichkeit im Leben zu etablieren. Nervöses Wesen. Instabiler Stoffwechsel, Untergewicht. Aggression, Verdauungsschmerzen und -probleme, Entzündungskrankheiten, Hautprobleme.

Bedeutung: Haus der Kristalle

Mantra: Oṃ agni namaḥ

Element bīja: Raṃ, Feuer (agni)

Aspekt von kriyāśakti: Īśvara-praṇidhāna – Hingabe an Gott

Alter: 14–21 Jahre

Anatomie: Befindet sich in der zentralen Achse hinter dem Nabel. Die Bihar School gibt seine Position am Nabel an.

Symbolik: Ein Lotus mit 10 Blütenblättern, ein nach unten gerichtetes Dreieck, das strahlt wie die aufgehende Sonne.

manipura chakra sonne kraft

Übung für das Nabel Chakra

Hier in unserem Download-Bereich findest du die Übung „Manipura Kriya”. Diese Übung ist eine Verehrung und Erweckung der Energie des Nabel Chakras.

Alle Übungen sind von Hand illustriert und liebevoll gestaltet. Sie werden deine Yoga-Praxis bereichern und vertiefen. Komm vorbei und praktiziere mit uns! Alles Liebe!

Mehr zu den Chakren hier

Eine Reise durch die Chakren ist eine Reise zu dir selbst.

In diesem Buch reisen wir auch zu den Wurzeln des Kundalini Yoga und yogische Anatomie, wir entdecken die Geheimnisse der Koshas, Prana und der Dreifaltigkeit der Göttin.

Diese tiefgründigen Praktiken, Visionen und Einsichten in die yogische Anatomie und Chakren werden jede Yoga-Praxis inspirieren und bereichern.

Weitere Artikel Wöchentlich

Wir werden wöchentlich weitere Artikel zu den einzelnen Chakren, den Koshas und Themen yogischer Philosophie verfassen. Schau vorbei oder schreib uns eine E-Mail, sodass ich dich in den Newsletter-Verteiler aufnehmen kann.

Noch Fragen? Schreib uns einfach!

Svadhistana Chakra

Svadhistana Chakra

SVĀDHIṢṬHĀNA Chakra

Es gibt einen weiteren Lotus, der innerhalb der suṣumnā an der Wurzel der Genitalien platziert ist, von schöner scharlachroter Farbe.

Auf seinen sechs Blütenblättern befinden sich die Silben Ba, Bha, Ma, Ya, Ra, La mit dem bindu darüber, in der glänzenden Farbe von Blitzen.

Ṣaṭ-Cakra-Nirūpaṇa

svadhistana sakral chakra sound

Der SITZ DES VERLANGENS

Svādhiṣṭhāna ist das Tor zur Welt der Träume, in der ein großer Ozean bebt, aus dem sich unsere Leidenschaften erheben. Es ist das Erwachen aus der tiefen Nacht des traumlosen Schlafes, in den das Selbst im mūlādhāra gehüllt war. Hier regiert der Traum, und die Dunkelheit des mūlādhāra wird vom Licht der Mondsichel durchdrungen.

Das zarte Licht des Mondes glitzert auf den Wellen des Ozeans unserer Leidenschaften. Wie gebannt blicken wir auf das Wasser, laufen den Strand entlang und fangen unsere Träume. Jede Welle spült das, was tief im Inneren liegt, an die Ufer des Äußeren. Aus der Gischt erhebt sich das Schauerliche und das Ekstatische. Svādhiṣṭhāna ist die unendliche Süße der Träume, das ewige Spiel der Kinder im Garten vollkommener Unschuld – zerbrechlich, schmerzlich und doch wunderschön.

Svādhiṣṭhāna bedeutet übersetzt „eigener Sitz“ und ist die Wiege, aus der unsere Träume und Gefühle entspringen. Es verkörpert den Traumzustand (svapna) und lässt die Realität wie einen Traum erscheinen, voller Leidenschaft, Schmerz und Freude. Diese Gefühle, seien sie positiver oder negativer Natur, verschmelzen mit uns und prägen den „Geschmack“ unserer Selbsterfahrung.

Svādhiṣṭhāna ist daher der Sitz des Selbst, da das Selbst durch seine emotionalen Affekte Gestalt annimmt, noch bevor der Geist eine konzeptionelle Identität formen kann. Prāṇa ist der universelle Träger der Erfahrungen, er überträgt die Qualitäten dessen, was wir erleben, und bereichert das Universum und unser Sein. Svādhiṣṭhāna ist der Sitz des prāṇa und damit der Sitz von prāṇāmaya kośa, der vitalen Hülle.

Wie im Taittirīya Upaniṣhad (II–2–1) erwähnt, ist prāṇa nicht nur Vitalität, sondern die eigentliche Seele der Physis, die der leblosen Materie Leben einhaucht. Wenn das prāṇa fließt, ist Leben vorhanden; zieht es sich zurück, zerfällt das Leben.

Der Tanz des prāṇa ist durch Bewegung, Wachstum und Verfall gekennzeichnet. Schöpfung und Fortpflanzung sind sein kreativer Ausdruck. Die Kraft der Schöpfung muss jedoch immer mit dem Tod tanzen, mit dem sie untrennbar verwoben ist. Dieser Tanz treibt das Leben vor sich her, zur Fortpflanzung, zum sexuellen Verlangen und schließlich zum Verfall.

Im Strudel dieser Leidenschaften erscheint die Welt wie ein Traum, durch die Linse subjektiver Gefühle wird die Tatsächlichkeit der Dinge unsichtbar. Diese Verzerrung der Wahrheit wird als Unwissenheit bezeichnet und ist das wichtigste Kennzeichen des svādhiṣṭhāna Chakras, des Sitzes grundlegender Unwissenheit oder Illusion (avidyā).

Die Verzerrung der Wahrheit in svādhiṣṭhāna führt zur Nahrung selbstzerstörerischer Kräfte wie Lust, Gier, Täuschung, Stolz, Neid und Egoismus, die alle im Schatten unerkannter Leidenschaften gedeihen. Gemäß der Ṣaṭ-Cakra-Nirūpaṇa von Pūrṇānanda wird dieser Traumzustand des Selbst durch sorgfältige Selbstbeobachtung, oder in anderen Worten, durch die Praxis der Achtsamkeitskultivierung transzendiert.

Durch die Meditation (Achtsamkeit) über unseren Motiven werden die darin versteckten Impulse ins Licht des Bewusstseins gebracht und in diesem Licht aufgelöst. Auf diese Weise liegt im svādhiṣṭhāna der zweite Aspekt der Erweckung der universellen Handlungskraft (kriyāśakti) verborgen: svadhyaya – die Kultivierung des Achtsamkeit (Selbststudium).

Wenn svadhyaya kultiviert wird, verwandeln sich unsere Feinde, die im Schatten unserer Wahrnehmung lauern, in Kräfte, die uns befähigen zu handeln. Das makara, das mystische Monster der Meere, das in den inneren Gewässern sein Unwesen treibt, wird dann zu einem tanzenden Drachen, einem Träger von Glück und Freiheit.

Der Unterschied zwischen jenen Aspekten unseres Selbst, die uns gefangen halten, und denen, die uns befreien, liegt oft nur darin, dass wir uns der einen bewusst sind und der anderen nicht. Svadhyaya bringt diese Schatten ins Bewusstsein und verwandelt die trüben Wasser des Traumzustandes in eine fruchtbare Quelle emotionaler Kraft, des Lebens und eines neuen Anfangs.

Wer über diesen makellosen Lotus meditiert, der svādhiṣṭhāna genannt wird, wird sofort von all seinen Feinden wie Lust, Gier, Täuschung, Stolz, Neid und Egoismus befreit.

Er wird ein Herr unter den Yogis und ist wie die Sonne, die die dichte Dunkelheit der Unwissenheit erleuchtet. Der Reichtum seiner nektargleichen Worte fließt in Prosa und Versen in gut begründeten Diskussionen.

Ṣaṭ-Cakra-Nirūpaṇa (18)

person meditating yoga sun moon

EIGENSCHAFTEN

Ausgewogen:

Vitalität, kultiviertes Bewusstsein und Einsicht, effektive Immunität. Sexuelle Potenz. Tief, charismatisch und energisch. Ausgewogene Emotionen und emotionale Widerstandskraft.

Unausgewogen:

Schwaches Immunsystem, körperliche Krankheiten, Verwirrung, sexuelle Perversionen. Starke emotionale Affekte. Schwäche der emotionalen Stärke, Abhängigkeit. Verantwortungslosigkeit, keine Widerstandskraft gegenüber feindlichen Umgebungen. Erschöpfung.

Bedeutung: Eigener Sitz

Mantra: Oṃ samudrai namaḥ

Element bīja: Vaṃ, Wasser (āpas)

Aspekt von kriyāśakti: Svadhyaya – Achtsamkeitskultivierung (Selbststudium)

Alter: 7–14 JahreAnatomie: Es befindet sich in der Mitte des Beckens liegend. Die Bihar School of Yoga beschreibt seinen Tempel (kṣētraṁ) als vier Fingerbreit unterhalb des Nabels. Andere sagen, es ist das Schambein.

Symbolik: Ein Lotus mit sechs Blütenblättern, eine silberne Mondsichel

svadhistana dream

Übung für das Sakralchakra

Hier in unserem Download-Bereich findest du die Übung „Svadhistana Kriya”. Diese Übung ist eine Verehrung und Erweckung der Energie des Sakralchakras.

Alle Übungen sind von Hand illustriert und liebevoll gestaltet. Sie werden deine Yoga-Praxis bereichern und vertiefen. Komm vorbei und praktiziere mit uns! Alles Liebe!

Mehr zu den Chakren hier

Eine Reise durch die Chakren ist eine Reise zu dir selbst.

In diesem Buch reisen wir auch zu den Wurzeln des Kundalini Yoga und yogische Anatomie, wir entdecken die Geheimnisse der Koshas, Prana und der Dreifaltigkeit der Göttin.

Diese tiefgründigen Praktiken, Visionen und Einsichten in die yogische Anatomie und Chakren werden jede Yoga-Praxis inspirieren und bereichern.

Weitere Artikel Wöchentlich

Wir werden wöchentlich weitere Artikel zu den einzelnen Chakren, den Koshas und Themen yogischer Philosophie verfassen. Schau vorbei oder schreib uns eine E-Mail, sodass ich dich in den Newsletter-Verteiler aufnehmen kann.

Noch Fragen? Schreib uns einfach!