Warum ist Tantra geheim?

Warum ist Tantra geheim?

Das Geheimnis im Wesen des Yoga

Das Geheimnis im Yoga hat zwei große Aspekte. Zunächst einmal ist Yoga – und das Tantra, das ein Teil davon ist – kein Geheimnis im Sinne eines verbotenen Wissens, das man nicht weitergeben darf. Vielmehr ist Yoga etwas, das seinem Wesen nach dem gewöhnlichen Menschen und dem alltäglichen Leben auf natürliche Weise verborgen bleibt.

Das liegt daran, dass Yoga eine innere Natur besitzt, die unausgesprochen ist – nicht, weil sie nicht ausgesprochen werden darf, sondern weil sie unaussprechlich ist. Die Seele des Yoga entzieht sich den Kategorien des Verstandes, allen Worten und Handlungen, die versuchen könnten, sie auszudrücken.

Jeder Versuch, diesen innersten Kern sichtbar zu machen, würde ihn nur verschleiern. Ihn als leicht verständlich oder rein praktisch darzustellen, hieße, genau jenen Teil des Yoga zu ignorieren, der jenseits von Praxis liegt. Diese Ignoranz zerstört den wahren Yoga – und verschließt ihn gerade denen, die ernsthaft danach suchen.

Der Yogi, der Yoga verstehen will, muss das Formlose anerkennen, das allen Formen zugrunde liegt. Je tiefer er in sich selbst blickt, desto deutlicher erkennt er:

Das wahre Yoga – das große Namenlose – entzieht sich Worten, Techniken, Formen. Der Yogi verneigt sich in Stille und bewahrt die Natur des Unnennbaren im Schweigen.

Er zieht es vor, allein mit dem Einen Großen zu sein. Ist er unter Menschen, so handelt er wie sie. Doch wenn die Wahrheit einmal erkannt ist, kann sie durch kein äußeres Mittel erreicht oder verändert werden. Der Yogi wird von Handlungen frei und bleibt unsichtbar in der Welt.

Weil er das große Geheimnis im Herzen trägt, predigt er nicht. Was von innen erkannt wird, ist wahr; was nicht von innen erkannt ist, ist nicht erkannt. Deshalb stört er die Gedanken anderer nicht, denn er hat nichts hinzuzufügen.

Sein Geheimnis ist nur denen offen, die danach fragen.

Worte können nicht ausdrücken, was der Geist erfassen kann. Und der Geist kann nicht erfassen, was Worte zu sagen versuchen. Die Wahrheit liegt jenseits der Sprache. Sie kann von niemandem enthüllt werden – sie muss erfahren werden. Am Ende stehen wir alle sprachlos vor Ihm: dem Namenlosen, dem Formlosen, dem Allgegenwärtigen.

„…Doch der Weise soll die Gedanken der Unwissenden, die an Handlungen gebunden sind, nicht stören. Indem er selbst im rechten Geist handelt und auf Mich ausgerichtet bleibt, inspiriert er still andere, dasselbe zu tun.“

— Bhagavad-gītā 2:25–26

 

 

moon hand drawing pencil

Das Geheimnis im Wesen der Wahrheit

Was ist Wahrheit?

Wahrheit ist die Wirklichkeit dessen, was ist. Es gibt Menschen, die behaupten, dass Wahrheit relativ sei, aber das ist nicht richtig. Es gibt viele Blickwinkel auf die Realität einer Sache, und diese Blickwinkel sind Facetten der Wahrheit. Die Wahrheit selbst ist das Wesen einer Sache, und dieses Wesen ist absolut.

Die Tatsächlichkeit der Welt, also die Wahrheit darüber, was die Welt ist, ist ihre Seele, und ihre Erscheinung zeigt sich durch die vielfältigen Augen der Welt. Dieses Wesen der Welt ist die Welt selbst, es ist die Schöpfung und damit Gott. Die Erfahrung dieser Schöpfung ist die Seele der Welt und damit die Göttin.

Die Wahrheit ist also das Göttliche.

Wie können wir dieses Wesen der Wahrheit, also das Wesen der Dinge, verstehen und erkennen? Wie Kierkegaard sagt: „Die Wahrheit ist immer im Einzelnen.“ So ist das Verständnis einer Sache immer ein individueller Prozess. Wenn ein Einsicht kollektiv wird, also geteilt zwischen Individuen im Wort oder im Bild, dann wird sie reduziert auf den Ausdruck, den der Einzelne verstehen kann.

Geteilte Information ist immer der groesste gemeinsame Nenner aller, die sie teilen.

Bist du schon einmal an einem Fußballstadion vorbeigegangen, wenn alle singen? Es ist das dämonische Grölen der Massen. Der Einzelne mag gut singen, doch sobald es 40.000 Menschen tun, verliert sich die Wahrheit in jeder Stimme, und die größte Gemeinsamkeit aller ist leider sehr klein.

Das gleiche gilt für die Einsicht in das Wesen der Natur auf spiritueller Ebene. Gottes Wort wirst du in Einsamkeit am besten hören können, denn dort ist das Einzelne dem Höchsten am nächsten.

Die Seele tauscht Quantität gegen Qualität.

Je mehr das, was wahr ist, geteilt wird, desto weniger ist die Wahrheit vorhanden. Je mehr sie destilliert und ungeteilt bleibt, desto reiner wird sie.

Die größte Vision ist die, die unausgesprochen und ungeteilt bleibt.

Aus diesem Grund muss das Tantra, das wahr ist, ungeteilt bleiben, um der Wahrheit am nächsten zu sein. Nicht weil es geheim ist, sondern weil es im Geheimen dem Wesen der Wahrheit am nächsten sein kann.

 

Yogis Figuren Handzeichnung Chakra

Das Geheimnis der Kraft

An der Quelle des Yoga liegt Shakti – die Kraft. Die Hatha Yoga Pradipika spricht davon, dass Kundalini, ein Name für diese Kraft, der Schlüssel sei, mit dem der Yogi das Tor zur Erleuchtung öffnet.

Diese Kraft ist besonders im Tantra – einer inneren Disziplin des Yoga – präsent. Kundalini wird im tantrischen Text Siddha-Yogeśvarī-Mata erstmals erwähnt. Von dort fand sie ihren Weg in viele Traditionen – auch in unsere Praxis.

„Kundalinī ist der Schoß des Universums. Aus ihr entstehen die drei Śaktis, und aus diesen gehen alle Klänge der menschlichen Sprache hervor.“

— Siddha-Yogeśvarī-Mata

Warum aber ist Kundalini, die Shakti geheim? Shakti ist der Schlüssel zur Existenz. Sie ist Māyā, das Tor zur Illusion, und Kundalinī, das Tor zur Befreiung. Sie ist Jñāna Shakti, das formende Wissen, aus dem das Leben entsteht, das du führst. Alles, was du denkst und glaubst, ist eine Mischung aus deinem Verstehen und deinem Irrtum.

Wenn du nicht irren würdest, wärst du nicht du. Und wenn du nicht auch etwas verstehen würdest – wärst du ebenso wenig du.

Deine Identität besteht aus Licht und Schatten. Shakti ist die Kraft, die beide formt. Deshalb beschreibt das Devī Māhātmya die große Kraft zugleich als höchste Göttin und höchste Dämonin – als Grenzen und Ursprung der Schöpfung zugleich:

„Du bist das große Wissen und die große Illusion,
die große Intelligenz, das große Gedächtnis und die große Täuschung,
die große Göttin und die große Dämonin.“

— Devī Māhātmya 1:77

Tantra – Die Kunst, eins mit der Göttin zu werden

Tantra ist die Kunst, mit der Göttin eins zu werden – eine Reise in das Wissen über das eigene Licht und den eigenen Schatten. Es ist die Konfrontation mit dem Selbst, so wie es sich wirklich zeigt.

Wer bist du in diesem Wissen? Was ist deine Leidenschaft? Warum bist du, wer du bist? Wie bist du hierhergekommen?

Dieses Wissen zerbricht die Persönlichkeit, die aus ihren Grenzen besteht. Das individuelle Selbst wird in das kosmische Sein aufgenommen. Doch dieser Prozess kann nur durch vollständige Hingabe geschehen – denn er ist der Tod des Begrenzten.

Es ist das Einswerden mit Bhairava, dem, dessen Ruf den Tod des Todes verkündet. Auflösung ist Schmerz. Lernen ist Schmerz. Loslassen ist Schmerz – und auch der Tod ist es. Doch hinter jedem Schmerz liegt eine größere Freiheit. Hinter dem Tod des Todes öffnet sich der Himmel in die Weite des Kosmos.

Er ist auch als Bhairava bekannt, da er der Herr jener ist,
die sich an seinem furchterregenden Brüllen (bhīrava) erfreuen –
dem Ruf, der den Tod des Todes verkündet!

Als Meister jener Schar erhabener Yogis,
die der Furcht überdrüssig sind und Befreiung suchen,
ist er Bhairava – der Höchste, dessen Wesen reines Bewusstsein (vijñāna) ist.
Als Spender der Nährung der Seele breitet er seine Kraft im ganzen Universum aus!

— Maṅgala-Śloka zur VBT, Kṣemarāja

The Goddess hand drawing pencil

Die Konsequenz der Macht

Shakti ist Kraft, und Kraft ist Macht – jene dynamische Energie, die das Formlose in Form bringt. Sie ist die Ermöglichung von Selbstverwirklichung – durch die Erfahrung des Selbst.

Doch was uns oft von der Verwirklichung unserer inneren Träume trennt, ist nicht der Mangel an Geld, jener Kraft, die das Denkbare möglich macht, sondern der Schatten unserer Illusionen:

Er täuscht uns mit falschen Träumen und raubt uns zugleich die Kraft, echte Träume zu verwirklichen. Wir sind doppelt gefangen – und diese Gefangenschaft ist Segen und Fluch zugleich.

Denn hätte der Mensch die Macht, all seine Illusionen zu verwirklichen, wäre dies seine Vernichtung.

Stell dir einen Süchtigen vor, dem man plötzlich Reichtum gibt – besser, er bleibt arm.
Andererseits: Wäre das Bewusstsein so frei von jeder Illusion, sodass sich keine Leidenschaften mehr erheben, würde das Leben auch aufhören zu sein.

Die große Kraft lähmt daher das individuelle Sein – um es überhaupt möglich zu machen.

Wer Tantra praktizieren möchte, muss zuerst eine reine Intention haben. Nur wer seine illusorischen Leidenschaften bereits innerlich abgelegt hat, kann diese Macht ertragen – denn sonst würden seine Leidenschaften, in Form gegossen, ihn zerstören.

Tantra ist Macht. Es ist die Fähigkeit das unmanifestierte Wirklichkeit werden zu lassen.

 

Schlange Kundalini handzeichnung

Der Lehrer des Tantra sieht den Schüler still an. Er prüft sein Herz – seine Liebe. Ohne Worte beobachtet er, ob der Schüler tut, was richtig ist.

Wenn der Lehrer erkennt, dass der Ruf der Göttin aus dem Herzen des Schülers spricht, wenn das Opfer gebracht wurde, wenn nichts mehr gebraucht wird – dann darf der Schüler eintreten in das Geheimnis.

Doch dies ist kein Grund zu verzagen. Im Geist der Bhagavad-Gītā sollen wir einfach tun, was gut ist – und dem Wahren treu bleiben.

Wenn die Göttin uns für würdig hält, wird sie uns an der Hand nehmen – und uns in den Tempel führen.

 

Dann dürfen wir dankbar sein.


Kriyas und Klassen in Kundalini Yoga

Kriyas und Klassen in Kundalini Yoga

Unser wunderschönes Buch über Kundalini Yoga Kriyas

Entdecke eine Reise durch das Wunderland deines eigenen Bewusstseins mit unserem wunderschönen Buch: „Kriyas und Klassen im Kundalini Yoga“

Dieses Buch ist allen Yoga-Begeisterten gewidmet und eine wahre Schatztruhe voller Kundalini- und Hatha-Yoga-Klassen. Mit Präzision und Liebe gestaltet, ist jede Klasse, jede Kriya, ein Weg zu tieferer Selbstwahrnehmung und spiritueller Evolution.

Ein Buch aus der Praxis – für die Praxis

Ich habe dieses Buch geschrieben und selbst illustriert – als Leitfaden für unsere Kundalini-Yoga-Lehrerausbildungen. Es war mir wichtig, dass unsere Schüler*innen über strukturierte Klassen verfügen, an denen sie sich orientieren können, wenn sie beginnen, selbst zu unterrichten.

Inspiration für Yogalehrende

Diese Klassen sind keine starren Anleitungen, sondern dienen als Inspiration – du kannst mit ihnen spielen, mit dem Rhythmus des Atems, mit der Abfolge der Haltungen, und deinen eigenen Stil entwickeln.

Sie sind Stützen auf dem individuellen Weg des Yoga. Ob du Yogalehrer bist und deine Klassen mit neuen Ideen beleben möchtest oder jemand, der seine eigene Praxis vertiefen will – dieses Buch lädt dich ein, die Übungssets zu integrieren, zu modifizieren oder zu erweitern.

Denn letztlich muss eine Praxis lebendig sein, um Früchte in deinem Leben und im Leben jener zu tragen, die du durch deine Praxis berührst.

Dieses Buch schließt die Lücke zwischen traditioneller Praxis und zeitgenössischem Yoga. Es verbindet nahtlos klassische Hatha- und Kundalini-Yoga-Techniken, um den Geist der Praktizierenden zu nähren.

Yogis Figuren Handzeichnung Chakra

Richtlinien zur Gestaltung

Die Klassen basieren auf denselben Prinzipien, die auch in unserem Ausbildungshandbuch dargelegt sind:
Symmetrie und Gegenhaltung

Jedes Asana findet im Verlauf einer Klasse seine Gegenhaltung – sowohl entlang der physischen Körperachsen als auch entlang der Pole von Anspannung und Entspannung.

  • Alles, was angespannt wird, muss Entspannung finden.
  • Alles, was geöffnet wird, braucht wieder Stabilität.

Hatha Yoga bedeutet: Kraft in der Mitte zu finden – die Mitte als Tanz zwischen den Polen.

Das Rad des Tages

Jede Klasse ist eine Reise durch dein Bewusstsein – und damit eine Reise durch dein Leben, denn das Leben entspringt deinem Bewusstsein.
Damit ist jede Klasse ein Weg jede deiner Handlungen tiefer zu verstehen – eine Einladung, vollständiger eins mit dir zu werden.

Jede Klasse ist daher ein Reise durch dein Leben.

Mehr dazu findest du im zweiten Teil unseres Yogalehrerausbildungshandbuchs.

Rad der Gegensätze, Gegenpositionen Yoga Zeichnung

Transformational Yoga

Viele Klassen in diesem Buch – insbesondere die Chakra-Serien und das Divine Mother Sadhana – sind nach den Prinzipien des Transformational Yoga gestaltet.

Transformational Yoga bedeutet, dass die Klasse ist eine Reise durch die Schichten deines Seins ist. Wir beginnen im Körper, tauchen in den Atem und das Prana ein, durchqueren den Geist und versinken schließlich im Herzen.

Transformational Yoga nutzt dafür spezifische Techniken wie Kapalabhati und Bhramari – Atemtechniken, die uns helfen, in die tieferen Schichten unseres Wesens vorzudringen.

Mehr dazu findest du in unserem Handbuch – dort gibt es ein ganzes Kapitel zu Transformational Yoga.

Kundalini Yoga – Yoga der Göttin

Kundalini Yoga ist jenes Yoga, das die Göttin als Quelle spirituellen Wachstums ehrt – die Göttin als Schlüssel zur Erkenntnis.

In unserer Praxis gibt es zwei Hauptwege, um die innere Kraft – die Shakti – zu erwecken:

  • als Prana Shakti in Form des Atems,

  • als Mantra Shakti, auch Śabda Brahman, in Form von Klang.

Wir nutzen dazu Techniken wie Bhastrika und Kapalabhati, um das Prana in der Mitte zu aktivieren und nach oben zu führen.
Zudem arbeiten wir mit subtilen Klang-Yoga-Techniken, mit denen wir die innere Kraft verehren und mit ihr in Verbindung treten.

Letztlich ist Kundalini Yoga das Yoga der Göttin – und die Beziehung zu ihr ist eine Beziehung der Liebe. Deshalb ist Kundalini Yoga im Kern immer Bhakti – Hingabe. Ohne sie bleibt es unfruchtbar.

Bahirava Mudra handzeichnung

Die Klassen im Überblick

Pavanmuktasana-Serien

In diesem Buch findest du neu illustrierte Darstellungen der berühmten Pavanmuktasana-Serien von Swami Satyananda Saraswati.
Diese Klassen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Ausbildungen und bieten wertvolle Werkzeuge, um deine eigenen Klassen zu gestalten.

Die Serien sind Sukshma Vyayam – subtile yogische Übungen – und zählen damit ebenfalls zum Kundalini Yoga.

Sie beinhalten auch atemintensive Abfolgen, wie man sie aus dem modernen Kundalini Yoga kennt, und sind gleichzeitig technisch breit aufgestellt – geeignet für Jugendliche, starke und schwache Körper, sogar für ältere Menschen (z. B. die sanfte Gelenkserie).

Ein großartiger Begleiter für jeden Yogalehrenden!

Das Sadhana der göttlichen Mutter

Diese Klasse musste ich bei meinem Lehrer in Indien 108 Tage lang jeden Morgen üben. Sie hat mir viel über die Tiefe des subtilen Yoga gezeigt – und ich konnte die Präsenz der Mutter darin spüren.

Ich wünsche – aber verlange nicht –, dass auch meine Schüler*innen diesen Weg gehen.

Diese Klasse ist eine Reise durch die Chakren und die Koshas gleichermaßen. Sie führt von unten nach oben durch die Ebenen unseres Wesens – mit den Werkzeugen des Transformational Hatha Yoga.

Diese innere Reise ist zugleich eine Reise durch den Körper der Göttin – dessen Teil wir sind.

Sadhana ist der Weg zum Ziel.
Die Klasse ist der Weg zu deinem inneren Ziel – deinem Herzen, dem Ort endgültiger Zufriedenheit.

swamiji Initiation Handzeichnung

Chakra-Klassen

Diese Klassen beschäftigen sich sukzessive mit den Energien der Chakren – Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum in dir.

Jede Klasse ist eine Reise in dich selbst.
Mache sie, erfahre sie – und schreibe in den Kommentaren, was die jeweilige Klasse für dich bedeutet 😊

Klassen für die fünf Pranas

Apana, Maha, Samana, Udana und Vyana Prana sind fünf Transformationen des Pranas – fünf Kräfte, die im Körper wirken, und zugleich fünf Stufen der inneren Entwicklung.

Im Prozess der Meditation und Ausrichtung auf das höchste Ziel verändert sich das Prana:

  • Apana & Maha – Ausatmung & Einatmung
  • Samana – das Halten und Balancieren in der Mitte
  • Udana – der aufwärtsfließende Strom der Kundalini
  • Vyana – die Einheit mit dem Universellen

Unsere Klassen zu den fünf Pranas erforschen diese Bewegungen der Energie Schritt für Schritt.
Gleichzeitig sind es kurze Klassen (20–40 Minuten), ideal für eine Mittagspause oder Abendpraxis.

Und darin liegt – neben der energetischen Tiefe – ihr praktischer Wert für dich als Lehrer*in:
Kurze, inspirierende Sessions, mit denen du spielen kannst – und die dich inspirieren werden.

Das große Sukshma Vyayam

Diese Serie stammt vom großen Kundalini-Yoga-Lehrer Dhirendra Brahmachari, von dem auch Yogi Bhajan unterrichtet wurde.

Das Sukshma Vyayam ist ruhig, statisch und intensiv – ausdehnend und klärend – und führt dich in den Zustand von Vyana: einen weiten, stillen, meditativen Bewusstseinszustand.

Eine Reise zu den Wurzeln des Kundalini Yoga.

Sound Yoga, OM & Śabda Brahman

Letztlich wollen wir den Klang entdecken – denn das große Geheimnis des Tantra ist:

Die Göttin ist im Kern Klang.

Wer versteht, den Klang in den Körper zu bringen, der versteht, die Göttin in ihrem Wesen zu ehren. Sie ist Gott in Form von Vibration – und diese Vibration kodiert alle Formen des Daseins. Sie ist Leidenschaft – und damit die Quelle aller Schöpfung.

Erfahre diese Klassen jenseits aller Worte. 

Ausschnitte aus diesem Buch

Wenn du noch mehr von diesem Buch entdecken willst, schau einfach in unserem Downloads Bereich vorbei!

Dort sind einige Kundalini Yoga Kriyas aus dem Buch für dich zum Download verfügbar.


Unser Lehrer Mark Dyczkowski

Unser Lehrer Mark Dyczkowski

Verkörperung

Alles, was wahr ist, bleibt in Ewigkeit wahr. Doch das Wahre lebt erst in der Verkörperung jener Menschen, die selbst wahrhaftig sind. Durch diese Verkörperung wird es erfahrbar und erhält Wirklichkeit. So tritt das Mögliche in die Realität, und das Gute wird wahrhaft gut..

Das Tor zum Tantra

Dr. Mark Dyczkowski war ein leuchtendes Beispiel solcher Verkörperung und einer der bedeutendsten Gelehrten des Shiva-Tantra am Beginn des 21. Jahrhunderts. Ich hatte die Ehre, von ihm zu lernen und ihn persönlich in Varanasi kennenzulernen. Markiji war einer jener seltenen Menschen, die ihr gesamtes Leben kompromisslos in den Dienst einer höheren Wirklichkeit stellten. Er widmete seinen gesamten Lebensatem, wie wir Yogis sagen, der Erforschung der Göttin.

Die wichtigste tantrische Schule nach Abhinavagupta ist das Trika-Tantra. Markiji Dyczkowski baute eine einzigartige Brücke zwischen Ost und West, indem er diese außergewöhnliche Tradition nicht nur erklärte, sondern erstmals wirklich verständlich in den Westen brachte. Er war Schüler von Swami Lakshmanjoo und, ebenso wie Bettina Bäumer, in diese Linie eingeweiht.

Markiji übersetzte und kommentierte Abhinavaguptas „Tantraloka“, ein magnum opus, das die Essenz des Tantra tiefgründig erforscht. Im Tantraloka wird Trika – die Tradition der Göttin Parā – als zentrales Element gesehen, in dem alle spirituellen Strömungen zusammenfließen. Darüber hinaus widmete er über 20 Jahre seines Lebens intensiv der Göttin Kubjikā und übersetzte als Erster das Manthānabhairava-Tantra ins Englische. Diese Übersetzung ist eine wortgewordene Vision der Göttin, aus der eine Praxis hervorgeht, die noch über viele Generationen hinweg Früchte tragen wird. Ich bin zutiefst dankbar, dass ich durch ihn Zugang zu dieser Tradition erhalten durfte.

Markiji ist für unsere Schule von besonderer Bedeutung, da er einer der wenigen Gelehrten war, die tantrische Meditation, wie wir sie lehren, wirklich verstanden und vermitteln konnten. Unsere Kurse über das Vijñāna Bhairava Tantra bauen wesentlich auf seinen Erkenntnissen und Einsichten auf.

Markiji eröffnete uns die Seele der Parā und initiierte uns in ein tiefes Verständnis des Trika-Tantra.

Dyczkowski sitar hand drawing

Überblick über seine Biografie

Geboren 1951 in London, war Mark Dyczkowski schon früh fasziniert von den spirituellen Wegen Indiens. Er studierte in Oxford und an der Banaras Hindu University (BHU) in Varanasi, wo er tief in die Welt des Kashmirischen Shivaismus eintauchte. Sein Leben war eine einzige große Pilgerreise – sowohl äußerlich durch die heiligen Stätten Indiens als auch innerlich durch die subtilen Welten der göttlichen Offenbarung. Er gab im wahrsten Sinne sein Leben dem Göttlichen hin.

Seine Liebe zur indischen Musik – insbesondere zur Sitar – verband sich auf einzigartige Weise mit seiner spirituellen Suche. Ich habe ihn selbst oft Sitar spielen erlebt, vor seinen Vorlesungen, in gewisser Weise war die Musik, das Intuitive, eine Begleitung zur Reise in die Spiritualität.

Bis zu seinem Tod im Februar dieses Jahres lebte er überwiegend in Varanasi, wo er forschte, lehrte und die alten Überlieferungen des Tantra lebendig hielt.

Seine Werke

Markiji übersetzte und kommentierte Abhinavaguptas Tantrāloka, ein magnum opus, das die Essenz des Tantra tiefgründig erforscht. Im Tantrāloka wird Trika – die Tradition der Göttin Parā – als zentrales Element gesehen, in dem alle spirituellen Strömungen zusammenfließen. Seine Arbeit daran war nicht nur akademisch, sondern getragen von lebendiger Erfahrung und innerer Schau.

Darüber hinaus widmete er über 20 Jahre seines Lebens der Erforschung der Kubjikā-Tradition, einer geheimnisvollen Linie der göttlichen Mutter. Seine Übersetzung und Kommentierung des Manthānabhairava Tantra brachte diese fast vergessene Strömung erstmals ans Licht des modernen Bewusstseins. Mit dem Werk The Doctrine of Vibration schuf er zudem einen Klassiker, der den Kern des tantrischen Verständnisses von Schöpfung und Bewusstsein zugänglich macht.

Die Bedeutung seiner Bücher

Markijis Bücher sind weit mehr als wissenschaftliche Abhandlungen – sie sind Tore. Tore zu einer Welt, die durch reine Intuition, präzises Wissen und gelebte Erfahrung offenbart wird. Für viele von uns waren sie der erste Schlüssel zu einem Verständnis des Tantra, das nicht in äußeren Ritualen endet, sondern direkt in die innere Erkenntnis des Selbst führt.

Seine Werke bleiben auch heute von unschätzbarem Wert: Sie verbinden akademische Genauigkeit mit spiritueller Tiefe und öffnen einen Weg, auf dem das alte Wissen lebendig wird. Ohne seine unermüdliche Arbeit wären weite Teile der tantrischen Überlieferungen weiterhin verborgen geblieben.

Danke Markiji

Danke, Markiji, dass du unser Freund, unser Wegbegleiter und das Licht am Ende des Tunnels des Lebens warst.

Markiji, unser lieber Freund, talentierter Sitarspieler und intuitiver Wanderer der tantrischen Philosophie, verließ diese Welt im Februar dieses Jahres in Varanasi. Kurz vor seinem Tod vollendete er noch seine (nicht offiziellen) Vorlesungen über die Göttin Kubjikā, lehrte weiterhin über das Tantraloka und schuf eine Gemeinschaft, die sein Erbe liebevoll bewahrt und weiterträgt.

Danke, Markiji, dass du uns das Tor zum Tantra geöffnet hast! Das Göttliche selbst mag ewig sein, doch es lebt und entfaltet sich erst durch die Verkörperung im Menschen. Tatsächlich ist nichts in dieser Welt ewig – denn real ist nur, was erlebt werden kann. Das wahrhaft Ewige im Göttlichen braucht den Menschen, oder besser gesagt: Der Mensch benötigt sich selbst, um das Göttliche in der Welt erfahrbar zu machen.

Wir verdanken Markiji die Wiederentdeckung der wundervollen Göttin. Er zeigte uns ein vergessenes Ritual, und wenn wir dessen Tor öffnen, spüren wir den Windhauch ihres Tanzes tief in unserer Seele.

Danke, Markiji, für alles, was du uns geschenkt hast!

Anuttara Trika Kula

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Wenn du dich für seine Werke interessierst, und in das Tantra eintauchen willst, komm zu uns oder wirf auch einen Blick darauf:

The Doctrine of Vibration: An Analysis of the Doctrines and Practices of Kashmir Shaivism
Ein Grundlagenwerk für das Verständnis der Schöpfungslehre des Kashmirischen Shivaismus – die lebendige Kraft der Schwingung (Spanda) als Herz allen Seins.

The Stanzas on Vibration (Spanda Kārikā): The Sacred Teaching on Tattvas and the Divine Creative Process
Übersetzung und Kommentar eines zentralen Textes der Spanda-Tradition – ein praktisches Handbuch für das Erleben des Göttlichen im Alltag.

The Aphorisms of Siva (Śiva Sūtra): The Yoga of Supreme Identity
Eine inspirierende Übersetzung der Śiva-Sūtras, die den Weg zur höchsten Erkenntnis skizzieren: die Wiederentdeckung der eigenen göttlichen Natur.

Tantrāloka: The Light on the Tantras by Abhinavagupta (Teilübersetzungen, Mitarbeit)
Das große Lehrbuch des Tantra – ein Ozean des Wissens über Rituale, Meditation, Philosophie und die göttliche Wirklichkeit.

The Cult of the Goddess Kubjikā: A Study and Translation of the Kubjikāmatatantra
Markijis Pionierarbeit zur Erforschung der geheimen Kubjikā-Tradition – die Wiederbelebung eines fast verlorenen Stromes weiblicher Urkraft.

The Manthanabhairava Tantra and the Cult of the Yoginīs
Eine tiefgreifende Übersetzung und Analyse eines der wichtigsten Tantras der Kubjikā-Linie. Hier spricht das Herz der Göttin durch die Jahrhunderte hindurch zu uns.


Förderung 500 Euro!

Förderung 500 Euro!

500 Euro Förderung in Wien

Liebe Yogis und Yoginis!

Es ist sicher von Interesse für euch zu wissen, dass der WAFF unter gewissen Umständen 50 Prozent der Ausbildungskosten bei uns übernimmt.

Allerdings wissen die wenigsten, dass fast alle von euch (außer Studierende) Anspruch auf mindestens 500 Euro durch den WAFF haben. Dieser Anspruch nennt sich Bildungskonto, und er ist erfreulicherweise vor kurzem von 300 auf 500 Euro erhöht worden, eine der besseren Inflationsanpassungen 😉

Alle unsere Ausbildungen und auch Workshops sind förderfähig. Es macht Sinn, vor der Ausbildung mit dem WAFF zu sprechen und sich eine Förderung zu sichern.

Bei Fragen zögert nicht, mich direkt anzurufen. Ihr könnt uns eine E-Mail schreiben oder auch das Dokument für Förderungen in Wien und in ganz Österreich ansehen, das ich zusammengestellt habe.

Dokument Förderungen Österreichweit

Mehr zu Förderungen bei uns

Alles Liebe und viel Freude beim Yoga!

Euer Clemens


Feldenkrais und Yoga in Wien

Feldenkrais und Yoga in Wien

 Die Feldenkrais ist eine Art Bewegungsmethode bei der es um die Integration des Bewusstseins in den Körper geht, ähnlich wie die Asana Praxis im Yoga und Kundalini Yoga. Feldenkrais wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts vom Israeli Moshé Feldenkrais (1904–1984) entwickelt.

 

Was ist Feldenkrais?

Die Feldenkrais-Methode soll die Verbindungen zwischen Geist und Körper reorganisieren und so die Körperbewegung und den psychischen Zustand verbessern. In diesem Sinne ähnelt diese kraftvolle Methode vielen Aspekten des Yoga, wo es ebenfalls um die tiefere Verbindung des Geistes zum Körper geht.

Die Feldenkrais-Methode ist eine integrative Bewegungstherapie, bei der die Aufmerksamkeit im Mittelpunkt steht. Es wird vermutet, dass sie ihre Wirkung entfaltet, indem sie gestörte Verbindungen zwischen dem motorischen Kortex und dem Körper stärkt, wodurch die Qualität der Körperbewegung verbessert und das Wohlbefinden erhöht wird. Natürlich erlebt der Mensch sich selbst durch den Körper. Wenn also die Verbindung zwischen Geist und Körper gestärkt wird, wird die gesamte Erfahrung der Welt intensiviert.

David Gorski von der Feldenkrais Guild of North America behauptet, dass die Feldenkrais-Methode es dem Menschen ermöglicht, "seine angeborene Fähigkeit zu anmutigen, effizienten Bewegungen wiederzuentdecken" und dass "diese Verbesserungen oft auf den Allgemeinzustand, auf alle Funktionen des Lebens in allen Aspekten auswirken". Erfahrene Praktizierende sagen auch, dass die Feldenkrais-Methode Menschen mit einer Reihe von Erkrankungen, einschließlich Kindern mit Autismus und Menschen mit Multipler Sklerose, zugutekommen kann.

Was hat die Feldenkrais-Methode mit Yoga oder Kundalini Yoga zu tun?

Sowohl Yoga als auch Feldenkrais schaffen einen Raum, in dem der Mensch durch den Körper mit der Welt in Berührung kommen kann, sei es in einem Yoga-Kurs oder einer Feldenkrais-Therapie. Dieser Raum ist jedoch nicht nur ein physischer Yoga-Kurs, sondern auch ein kausaler innerer Raum. Ein Raum, der eine bestimmte innere Erfahrung ermöglicht, wie im Kundalini Yoga. Diesen Yoga-Raum zu schaffen ist öffnend und kann zu intensivem inneren Erleben führen.

Alles, was wir sind, entsteht in dem Moment, in dem das bewusste Selbst mit der Welt in Kontakt kommt. Dies geschieht in jeder Yoga-Klasse, aber auch in jedem Moment unseres täglichen Daseins. Dieser Kontaktmoment ist magisch, denn es ist der Moment der Integration des Bewusstseins und damit des Werdens der Welt.

Es gibt im Grunde zwei Wege, die das moderne Yoga benutzt, um einen Kontakt zwischen dem Menschen und der bewussten Erfahrung seiner selbst in der Welt herzustellen. Der erste Weg ist der Weg des Bewusstseins, bei dem Konzentration und Aufmerksamkeit auf das Geschehen im Körper gerichtet wird. Dieser Aufmerksamkeitsmoment ist sehr ähnlich wie die Praxis des Feldenkrais und führt zu einer Erkenntnis des Selbst.

Wenn wir eine Yogaklasse erleben und der Lehrer uns dazu auffordert, tief zu atmen und uns auf die Yoga-Übung zu konzentrieren, dann ist dies der Moment der Integration durch Aufmerksamkeit. Dieser Fokus wird auch oft im Hatha oder Postural Alignment Yoga benutzt.

Der zweite Zugang des Yoga, sowie man ihn auch im Kundalini Yoga findet ist die Erweckung der Kraft im Körper, die das Bewusstsein durch die Intensität der Erfahrung erweckt. Wann immer im Kundalini Yoga Bandas oder Mudras benutzt wird und eine Intensität der Kraft spürbar wird. Ist diese Technik nahe. Im Tantra würde man diesen Prozess, die Anrufung der höchsten Energie nennen, die sowie es in der Vijnana Bahirava Tantra erwähnt ist das Gesicht Shivas ist, also das Tor ins Bewusstsein ist.

Dieser Ansatz der Erweckung der Kraft für die Erfahrung des Bewusstseins ist verschieden von der Art und weise wie Feldenkrais funktioniert. Feldenkrais liefert aber jene Basis der Praxis die es einem hilft die Erfahrung der Kraft im Yoga besser zu integrieren.

Feldenkrais ist damit ein guter Partner des Yoga.

Eine Basis bewusster Wahrnehmung.

 

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