'Yoga' bedeutet wörtlich Vereinigung und leitet sich von der Sanskrit-Wurzel yuj ab, die „anbinden, verbinden oder anjochen" bedeutet.

Die ursprüngliche Verwendung dieses Wortes bezieht sich auf die Vereinigung zwischen dem Kriegswagen und seinen Pferden, die über das „Joch" aneinandergebunden waren. Dieser sogenannte Yoga-Wagen sollte gefallene Krieger in den Himmel tragen.

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Das Joch, das Seele und Leidenschaft verbindet

Yoga ist aber nicht nur das Joch – das Bindeglied selbst –, sondern auch der Zügel, der führt. So wie das Joch den Wagen mit dem Pferd verbindet, verbindet Yoga (die Zügel) die Seele (der Wagenführer) mit den Leidenschaften (den Pferden).

Wenn die Weisheit der Seele über das Yoga die Leidenschaften lenken kann, dann kann das Ziel erreicht werden. Dieses Bild entspricht genau dem, wie wir Yoga heute verstehen – die Kraft, die den Einzelnen ermächtigt, sich mit dem größeren Ziel zu vereinen.

Die ersten Spuren im Ṛgveda

Der Begriff 'Yoga' erscheint erstmals im Hymnus 5.81.1 des Ṛgveda und bezieht sich dort auf die magische Kraft, die durch Askese erweckt wird. In diesen frühen vedischen Texten sind zwar keine Techniken des Yoga zu finden, dennoch existierte gleichzeitig dazu eine starke asketische Tradition, die körperliche Praktiken und Meditationen nutzte und sich parallel zum Buddhismus und Jainismus um etwa 600 v. Chr. entwickelte.

Ein früher Hinweis auf diese asketische Kultur (um etwa 1000 v. Chr.) ist im Hymnus 10:136 des Ṛgveda zu finden, in dem ein langhaariger Asket beschrieben wird, der visionäre Meditationspraktiken verwendet.

pranayama yoga

Die erste Yoga-Technik: prāṇāyāma

Die erste Beschreibung von Yogatechniken, wie wir sie heute verstehen, erscheint in der Bṛhadāraṇyaka Upaniṣad (aus 900 v. Chr.) und bezieht sich auf prāṇāyāma.

Die Götter erkennen dieses eine Gesetz an, jenes, dass die Sonne aufsteigt und dass sie untergeht. Es ist heute wahr und wird auch morgen wahr sein. Die Sonne steigt in der Tat aus der Lebenskraft auf und geht auch in ihr unter.

Was diese Götter erkannten, ist auch heute wahr. Daher sollte der Mensch dieses eine Gesetz auch anerkennen – die Funktionen des prāṇa und apāna, auf diese Weise wird ihn das Übel des Todes nicht überkommen. Und wenn er es erkennt, sollte er es auch vollenden.

Dadurch erreicht er Einheit mit Gott oder lebt in derselben Welt wie Er.

Bṛhadāraṇyaka Upaniṣad (I:23)

Schon vor rund 3.000 Jahren wurde erkannt, dass der Atem nicht nur ein biologischer Vorgang ist, sondern eine Brücke zwischen dem Alltäglichen und etwas, das darüber hinausweist. Im nächsten Beitrag wandern wir weiter in die vorklassische Ära – zu den Śramaṇas, der Bhagavad Gītā und dem Yogācāra-Buddhismus.

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