MŪLĀDHĀRA Chakra

Jetzt kommen wir zum adhara Lotus. Er ist am Mund der suṣumnā befestigt und befindet sich unterhalb der Genitalien und oberhalb des Anus.

Er hat vier Blütenblätter von purpurner Farbe. Sein Kopf (Öffnung) öffnet sich nach unten. Auf seinen Blütenblättern befinden sich die vier Silben von Va bis Sa in glänzendem Gold.

In diesem Lotus befindet sich das Quadrat der Erde, umgeben von acht glänzenden Speeren. Es ist von einer glänzend gelben Farbe und schön wie ein Blitz, ebenso wie das bīja von dhāra (Laṃ) das darin scheint.

Ṣaṭ-Cakra-Nirūpaṇa

 

mualdhara chakra sound

Der SITZ DES BEGINNS

Das mūlādhāra Chakra ist der Sitz der Kraft, die die Basis der Existenz bildet.

Es ist das Tor zur Verkörperung und zugleich zu den Begrenzungen des Seins. Hier ruht Kuṇḍalinī, in sich gewunden und schlafend, bereit zu erwachen.

Im Tantra wird gelehrt, dass die Vereinigung der drei Bewusstseinszustände – Wachen, Träumen und Tiefschlaf (jāgrat, svapna, suṣupta) – das Feuer der Kuṇḍalinī entfacht, was letztlich zum Erwachen des vierten Bewusstseinszustands, turīya, führt.

Von diesen drei Zuständen repräsentiert mūlādhāra den Tiefschlaf des Bewusstseins, in dem das Selbst vollständig in das Materielle eingetaucht ist. Im Tiefschlaf, suṣupta, ist das Bewusstsein von Dunkelheit eingehüllt und hat keine Einsicht in die wahre Natur der Dinge.

Diese Dunkelheit ist jedoch nicht ohne Akzeptanz – es ist die völlige Hingabe an das, was ist, auch wenn es Begrenzung bedeutet. Daher ist dieser Zustand des Seins dem höchsten Glück des samādhi ähnlich, jedoch ohne das Licht des Bewusstseins und daher ohne die Erkenntnis dessen.

Mūlādhāra ist somit das tiefste, innerste und unbewussteste Zentrum – der Sitz der Materie selbst, das Fundament aller physischen und körperlichen Existenz und daher das anamaya kośa – die physische Hülle. Innerhalb der Dreifaltigkeit von Wille, Wissen und Handlung ist der physische Körper der Sitz des ersten Aspektes der Handlungskraft (kriyāśakti).

Jede Handlung, muss zuerst im Körper verankert sein, von dort bahnt sich ihren Weg durch Raum und Zeit und formt die Erfahrungen des Selbst.
Die vollständige Entfaltung dieser universellen Handlungskraft erfordert die Vereinigung ihrer drei Komponenten, die den genannten Bewusstseinszuständen und den ersten drei Chakren entsprechen.

Das Ziel aller yogischen Bemühungen ist es, diese drei Aspekte in den unteren Zentren zu erwecken und ihre Energie ins Herz zu heben.
Der erste Aspekt von kriyāśakti, der im mūlādhāra erweckt werden muss, ist tapas – die Hitze oder feurige Leidenschaft für Wachstum, Liebe zur Praxis, unerschütterliche Disziplin sowie Hingabe an die Kraft. Dieser Aspekt der Hitze, der die tamasische Dunkelheit des mūlādhāra überwinden kann, markiert den ersten Schritt im Aufstieg der Kuṇḍalinī.

Tapas, das im Yoga von zentraler Bedeutung ist, wird gleich zu Beginn des zweiten Kapitels der Yoga-Sutras erwähnt. Es ist der Weg zur Reinigung des Körpers und zum Erwachen des strahlenden mūlādhāra.

Yoga des Handelns (Kriya Yoga) hat drei Komponenten:
Tapas – Hitze oder intensive Disziplin,
Svadhyaya – Verfeinerung (Selbststudium),
Ishvara Pranidhana – Hingabe an Gott.

Da intensive Disziplin Unreinheiten verbrennt,
werden der Körper und seine Sinne äußerst verfeinert.

Pātañjalayogasūtra II (1, 43)

 

person meditating yoga sun moon

EIGENSCHAFTEN

Ausgewogen:

Ein starker, gut gebauter Körper. Disziplin, klare Gedanken und guter Schlaf. Leichte und gesunde Ausscheidung. Einfaches, lineares Denken, Vermeidung von unproduktiven Gedanken und unnötigen Handlungen. Akzeptanz der Existenz und ihrer Begrenzungen sowie ihres inhärenten Leidens. Sicherheitsgefühl. Furchtlosigkeit auch im Angesicht der Schrecken der Existenz.

Unausgewogen:

Fettleibigkeit, Anzeichen von körperlicher Verschmutzung. Schwierigkeiten bei der Etablierung von Ess-, Arbeits- und Schlafrhythmen. Unruhiger Schlaf und Lethargie. Unnötige physische Bewegungen. Todesangst. Körperliche Schwäche.

Bedeutung: Wurzel, Unterstützung
Mantra: Oṃ pṛthvī namaḥ
Element bīja: Laṃ, Erde
Aspekt von kriyāśakti: Tapas - Hitze, intensive Disziplin
Alter: 0–7 Jahre

Anatomie: Das untere Ende der suṣumnā. Für Frauen – am Gebärmutterhals, das innere Ende der Vagina. Für Männer – auf halbem Weg zwischen Anus und Genitalien am Damm.
Symbolik: Ein Lotus mit vier Blütenblättern, ein gelbes Quadrat

Übung für das Wurzelchakra

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